Vor Herbst keine Aufweichung der Gentechnik-Nulltoleranz

Berlin, 12.07.2012 - Vor der politischen Sommerpause wird es keine weiteren Initiativen zur Aufhebung der Nulltoleranz von nicht zugelassener Gentechnik in Lebensmitteln geben. Dies gab ein Sprecher des zuständigen EU-Kommissars John Dalli bekannt. Grund sei der Widerstand einiger EU-Staaten, darunter Deutschland.

Im Herbst möchte Dalli das Thema allerdings wieder auf die Tagesordnung bringen. Er befürwortet eine Toleranzschwelle bei Verunreinigungen mit Gentechnik von bis zu 0,1 Prozent. Kritiker sehen für diesen Fall aber die Wahlfreiheit der Konsumenten beeinträchtigt und warnen vor steigenden Analysekosten für Lebensmittelproduzenten.

Auch unter der angestrebten Regelung hätten die großen Gentechnik-Verunreinigungen der letzten Jahre und ihre wirtschaftlichen Konsequenzen für deutsche Lebensmittelhersteller und -händler nicht verhindert werden können. Wesentlich effektiver wäre aus Sicht des VLOG ein weltweites Register für alle im Freiland angebauten oder getesteten gentechnisch veränderten Pflanzen, damit Kontaminationen frühzeitig erkannt werden können. Zudem ist ein Haftungsfond nötig, falls der Verursacher nicht ermittelt werden kann. In diese Absicherung müssten die Unternehmen einzahlen, die gentechnisch veränderte Pflanzen kommerzialisieren.

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