Greenpeace nimmt Eiscreme unter die Lupe

Berlin, 05.06.2012 - Speiseeis enthält oft Milch, die durch den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel produziert wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine von marktcheck.at in Österreich durchgeführte Untersuchung von 18 Schokoladeneissorten verschiedener, namhafter Hersteller. In der Stichprobe gab es bei über 60 Prozent der analysierten Produkte entsprechende Hinweise.

Die Untersuchung des u.a. von Greenpeace getragenen marktcheck.at bewertet das Speiseeis nach drei Kriterien: Ökologie, Tierschutz und soziale Verträglichkeit. In jeder Kategorie wurden für die Produkte Zensuren in Form von Ampelfarben vergeben - von Grün mit Ausrufungszeichen ("hervorragend") und einfachem Grün ("gut"), über Orange ("kritisch") bis Rot ("ungenügend"). Wegen tierischer Inhaltsstoffe, die durch gentechnisch veränderte Futtermittel erzeugt wurden, erhielten viele der Sorten ein "ungenügend" in der Kategorie Ökologie.

Da im Fall gentechnisch veränderter Futtermittel keine Kennzeichnungspflicht besteht und entsprechende Informationen daher nur schwer bezogen werden können, vergab marktcheck.at auch Rot, wenn die Unternehmen keine Angaben zu diesem Punkt machten. In Europa seien 80 Prozent des Soja, das zu Tierfutter verarbeitet wird, gentechnisch verändert. Marktcheck.at beruft sich dabei auch auf wissenschaftliche Studien, wonach im Fall der Fütterung mit solchem Tierfutter auch in den Enderzeugnissen "gentechnische Veränderungen" nachgewiesen wurden.

Die Bestnote, also ein Grün mit Ausrufungszeichen, konnte bei den ökologischen Kriterien keine der Eissorten erlangen. Diese hätte es u.a. für die Verwendung eines Zertifikats, dass den Verzicht auf Gentechnik zweifelsfrei belegt, gegeben. In Österreich gibt es hierfür das Label "Gentechnik-frei" der ARGE Gentechnik-frei, in Deutschland das "Ohne Gentechnik"-Siegel des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG).