Thüringen kann Importsoja ersetzen

Viehhalter in Thüringen können ohne importierte Soja auskommen. Eine Studie der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) rechnet vor: Einheimischer Raps, Getreide und Leguminosen reichen aus, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln im Land zu decken. Damit würden die Landwirte unabhängiger von Importen – von meist gentechnisch veränderter Soja aus Südamerika.

Nach Angaben des Agrarministeriums werden in Thüringen zurzeit circa 77.000 Tonnen spezielle Eiweißfuttermittel pro Jahr verfüttert. Schon heute fielen aber 125.000 Tonnen an Eiweißträgern wie Rapskuchen oder Schlempen an, die bei der Verarbeitung von Raps und Getreide entstehen. Hinzu kommen 9.800 Tonnen Leguminosen wie Ackerbohnen und Futtererbsen.

Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz freut sich über das bislang ungenutzte Potenzial: „Die mangelnde ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Sojaanbaus in den großen Exportländern gebietet, das Importsoja in der Tierfütterung zu ersetzen. Nebenbei verbessert der Anbau von Eiweißpflanzen unsere Ackerböden.“ Deshalb wolle man in den nächsten zwei Jahren weitere Forschungsprojekte durchführen. Zudem werde man zusammen mit Bund und anderen Ländern weiter an der Verfolgung der Strategie arbeiten.

Unterdessen meldete das britische Agrarmedium „Farmers Weekly“, der Einzelhandelskonzern Sainsbury's – Betreiber einer der wichtigsten Supermarktketten des Königreichs – investiere in die Erforschung von Rapsfuttermitteln für die Geflügelhaltung. Wegen der Umweltschäden, die durch
den Anbau von Soja in Südamerika entstehen, wolle man Alternativen zum Import entwickeln. Zu diesem Zweck habe Sainsbury's dem Agrarberatungsunternehmen ADAS eine „substanzielle“ Summe zu Verfügung gestellt.

Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz: Thüringen kann sich selbst mit Eiweiß für die Tierfütterung versorgen (03.04.13)

Farmers Weekly: Sainsbury's to fund broiler feed research (01.04.13)