Britische Verbraucher fordern gentech-freie Eier

Britische Verbraucher fordern vier wichtige Einzelhändler auf, bei Milch, Eiern und Fleisch auf gentechnikfreie Futtermittel zu setzen. Fast 2.000 Konsumenten unterzeichneten bisher eine Petition der Organisation „GMO Action“. Adressaten sind Tesco, Co-op, Sainsbury’s und Marks&Spencer – die zusammen sehr große Marktanteile haben. Sie hatten im April angekündigt, wieder Geflügelprodukte ins Sortiment zu nehmen, die mit Gentechnikfutter erzeugt werden.

Die Supermarktkonzerne folgten damit Marktführer Tesco, der zuvor elf Jahre lang ein Verbot von Gentechnik-Futter aufrecht erhalten hatte. Die Umstellung begründeten die Unternehmen mit angeblichen Lieferengpässen bei gentechnikfreier Soja. Umweltschutzorganisationen und Sojaproduzenten aus Brasilien widersprachen: es gebe genügend konventionelle Soja, es hapere derzeit höchstens manchmal an der Logistik – dafür sei die überlastete Infrastruktur des Landes verantwortlich.

Um südamerikanische Landwirte zu stärken, die ohne Gentechnik Soja produzieren wollen, brauche es vor allem verlässliche Bedingungen, erklärte Claire Robinson von GMO Action. In einem Interview mit einem US-amerikanischen Radiosender sagte die Britin, es reiche nicht, erst nach der Ernte bei den Sojahändlern anzufragen. Stattdessen müsse das Interesse frühzeitig angemeldet und langfristige Verträge geschlossen werden. Robinson nannte dabei Einzelhändler aus Deutschland und Frankreich als beispielhaft. Durch Verträge schafften diese Sicherheit für die Sojaproduzenten. Wenn sie diese nicht hätten, sei für manche die Versuchung groß, auf Gentechnik-Landwirtschaft umzustellen – denn Agrarkonzerne wie Monsanto böten den Bauern beispielsweise Vorfinanzierung für transgenes Saatgut und die dazu gehörigen Pestizide an.

Das sehen auch viele europäische Einzelhändler so, darunter Rewe, Edeka und Lidl. Sie unterzeichneten im April eine Erklärung, in der sie brasilianischen Sojaproduzenten ihre Unterstützung zusagten. Diese müssten weiterhin gentechnikfreies Saatgut bekommen können – und fair an den höheren Erlösen beteiligt werden. So wollten sie signalisieren, dass die Nachfrage nach gentechnikfreien Futtermitteln in Europa weiterhin besteht – auch nach dem Umschwenken einiger britischer Supermärkte. Die bekommen nun Emails von wütenden Verbrauchern. Darin drohen diese, künftig beim Konkurrenten Waitrose einzukaufen – dessen Chef hatte erklärt, bei tierischen Erzeugnissen ohne Gentechnik bleiben zu wollen.

Petition für gentechnikfreie Tiererzeugnisse in Großbritannien

Voice America: British Campaign to Fight GMO feed for Livestock that Produce Meat, Eggs and Dairy

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