Amerikaner wollen Gentech-Kennzeichnung

31.07.2013 – Dieses Ergebnis spricht eine klare Sprache: fast alle US-Amerikaner wollen eine verpflichtende Kennzeichnung von Gentechnik-Lebensmitteln. 93 Prozent sprachen sich ein einer repräsentativen Umfrage der New York Times dafür aus. Anders als in der EU gibt es eine solche Inhaltsangabe bislang nicht.

Die Zeitung hatte bereits im Januar über 1.000 US-Bürger befragt, veröffentlichte aber erst jetzt die Ergebnisse. Neun von zehn Verbrauchern wünschen sich demnach, dass gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln auf der Verpackung ausgewiesen werden müssen. Das ist momentan nicht der Fall, erst seit Kurzem wird außerdem ein „Ohne Gentechnik“-Label für tierische Produkte offiziell anerkannt.

Über 70 Prozent der Befragten äußerten sich besorgt über Gentech-Lebensmittel. Mehrheitlich fürchten sie gesundheitliche Probleme, teilweise auch negative Auswirkungen auf die Umwelt. Fast die Hälfte gab an, so schreibt die New York Times, gewusst zu haben, dass ein Großteil der verarbeiteten Lebensmittel auf dem US-Markt Gentechnik-Zutaten enthält. In Fertigprodukten finden sich beispielsweise häufig Bestandteile von Mais oder Soja – der Anbau dieser Kulturpflanzen ist in den USA fast vollständig auf Gentechnik umgestellt. Circa die Hälfte gab auch an, gentechnisch veränderte Früchte, Gemüse oder Getreide – so diese denn auf den Markt kämen – nicht essen zu wollen.

Die Agrar- und Lebensmittelindustrie ist sich dieser Verbrauchersorgen durchaus bewusst – und befürchtet Umsatzeinbußen. Im vergangenen Herbst finanzierten große Konzerne der beiden Branchen mit über 40 Millionen Dollar eine Kampagne, um eine verpflichtende Gentech-Kennzeichnung in Kalifornien zu verhindern. Das gelang zwar, doch gibt es mittlerweile in Washington und zahlreichen Bundesstaaten ähnliche Initiativen – es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis erste Produkte gekennzeichnet werden müssen. Die Unternehmen des „Council for Biotechnology Information“ - darunter Monsanto, Syngenta, Bayer, und BASF - haben nun eine gemeinsame Website gestartet. Auf gmoanswers.com werden die vermeintlichen Vorzüge der Agro-Gentechnik breitgetreten – angereichert mit professionellem Design und schönen Fotos. Ob das helfen wird, die Stimmung der Verbraucher zu drehen, bleibt abzuwarten.

New York Times: Strong Support for Labeling Modified Foods (27.07.13)

Reuters/Huffington Post: 'GMO Answers' Website Launched By Monsanto, DuPont, More

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