Europäische Soja ohne Gentechnik

15.07.2013 – Um die Abhängigkeit von Gentechnik-Soja aus Südamerika zu verringern, wird die Eiweißpflanze auch in Europa kultiviert – allerdings gentechnikfrei. In Österreich stieg die Anbaufläche im letzten Jahr um 4.400 Hektar, nächstes Jahr könnte mit einer Ernte von 250.000 Tonnen bereits die Hälfte des Bedarfs der Alpenrepublik gedeckt werden. Die Initiative „Dona-Soja“ ist auch in Bayern und den östlichen Donauanrainern aktiv.

Anfang 2012 wurde der Verein „Donau-Soja“ gegründet, von Umweltorganisationen ebenso wie Einzelhandelsunternehmen, beispielsweise Rewe und Hofer. In diesem Jahr könnten von den Partnern in der Landwirtschaft allein in Österreich schon 70.000 bis 80.000 Tonnen gentechnikfreie Soja erzeugt werden, schätzt der Obmann des Vereins, Matthias Krön, laut einer Meldung von kurier.at. Nächstes Jahr sei dann eine Verdreifachung auf 250.000 Tonnen möglich. Allerdings importiert die EU insgesamt über 30 Millionen Tonnen von Sojaschrot und -öl. Krön ist dennoch optimistisch. „Wir wollen in einigen Jahren eine Eigenversorgung aus der Donauregion möglich machen“, sagte er kurier.at.

Auch in Bayern wird mit den Pflanzen experimentiert. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) führt seit fünf Jahren Feldversuche mit gentechnikfreier Soja auf 40 Hektar durch. Zwar hat die schlechte Witterung den Pflanzen in diesem Jahr sehr zugesetzt. Diese seien gegenüber letztem Jahr „deutlich zurückgeblieben“, teilte die LfL letzte Woche mit. Doch trotzdem sei noch eine gute Ernte möglich. Landwirte, Lebensmittelproduzenten und Verbraucher können sich über die regionalen Sojabohnen freuen. „Es kann auf Importe und damit lange Transportwege verzichtet werden, die Wertschöpfung bleibt in der Region und es kommt kein gentechnisch verändertes Saatgut zum Einsatz“, erklärte die LfL in ihrer Pressemitteilung.

Allerdings gibt es auch traditionelle Alternativen zur Sojabohne. Ackerbohnen, Erbsen, Raps und Getreide enthalten ebenfalls viel Eiweiß. Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) berechnete im Frühjahr, dass das Bundesland seinen Bedarf an Futtermitteln schon heute so decken könnte. Im Jahr würden 77.000 Tonnen Eiweißfuttermittel verfüttert, allein bei der Verarbeitung von Raps und Getreide fielen aber 125.000 Tonnen Rapskuchen und Schlempen sowie fast 10.000 Tonnen Leguminosen an. Auch in Thüringen sollen in den beiden kommenden Jahren weitere Forschungen durchgeführt werden.

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