Italienischer Parmesan ohne Gentechnik?

09.07.2013 – Kann es sein, dass der traditionelle Parmigiano Reggiano aus Milch von Kühen gewonnen wird, die gentechnisch verändertes Soja fressen? Diese Frage stellt Greenpeace Italien in einer aktuellen Kampagne. Während Einige argumentieren, nur so könne ausreichend Käse produziert werden, verweist die Umweltorganisation auf das große Potenzial gentechnikfreier Futtermittel – und wird von einem Bauernverband unterstützt.

Parmesan ist eine geschützte, regionale Spezialität der italienischen Küche. Die EU hat laut einem Bericht der Epoch Times über 250 italienischen Produkten diesen Schutzstatus zugesprochen – deutlich mehr als in Frankreich oder Spanien. Trotzdem kommen auch bei der Herstellung von Parmesan gentechnisch veränderte Futterpflanzen aus Südamerika zum Einsatz. Italien hat im letzten Jahr rund drei Millionen Tonnen Soja eingeführt – der Großteil davon von Gentech-Pflanzen.

Die Italienische Gesellschaft für Agrargenetik (SIGA, Societa' Italiana Genetica Agraria) glaubt deshalb nicht, dass der Käse auch ohne die Sojabohnen der transgenen Pflanzen in den heutigen Mengen erzeugt werden kann. In Brasilien und Argentinien, woher die Soja nach Europa importiert wird, wachsen überwiegend Gentech-Pflanzen. Die Umweltorganisation Greenpeace sieht das anders. Sie hat eine Kampagne gestartet, um auf den Zusammenhang von Gentechnik und Parmigiano Reggiano aufmerksam zu machen. Laut Epoch Times geht Greenpeace davon aus, dass es genügend gentechnikfreie Futtermittel gebe. Damit könnten sowohl Parmesanproduzenten als auch die gesamte Viehhaltung des Landes versorgt werden.

Dafür müssten allerdings heimische Alternativen besser genutzt werden, eiweißhaltige Pflanzen wie Lupine, Bohnen und Erbsen. Das sieht auch der Bauernverband Confederazione Italiana Agricoltori (CIA) so, der um die 900.000 Landwirte vertritt. Laut Zeitungsbericht setzt sich dieser außerdem für eine kleinteiligere Landwirtschaft in Brasilien ein – dort könnte so der Sojaanbau ohne Gentechnik gestärkt werden. „Wir wollen 'Made in Italy' verteidigen“, erklärte der CIA-Präsident Giuseppe Politi der Epoch Times, der sich um die ablehnende Haltung der Verbraucher gegenüber der Agro-Gentechnik weiß. Gentechnikfreie Lebensmittel seien ein Wettbewerbsvorteil. Erst kürzlich hat die italienische Landwirtschaftsministerin Nunzia De Girolamo angekündigt, sich für ein Anbauverbot von transgenem Mais im Land einsetzen zu wollen.

The Epoch Times: GMOs in Italian Artisan Foods: Traditions Impacted by Biotech? (30.06.13)

Greenpeace Italien: Parmigiano & OGM?

Farming.co.uk: Italian farm minister pushes for GM crop ban (25.06.13)

CIA: Cooperazione, il presidente Politi incontra il governatore di Amapà: insieme per rafforzare i rapporti agricoli tra Italia e Brasile