USA: Weniger Weizen-Exporte wegen Gentechnik

03.06.2013 - Berichte über gentechnisch veränderten Weizen auf einem Feld in Oregon könnten die Getreide-Exporte der USA beeinträchtigen. Zwei wichtige Abnehmerländer, Japan und Südkorea, haben den Import von US-Weizen vorerst ausgesetzt. Die Aktie von Monsanto, dem Hersteller des Gentech-Weizens, gab am Freitag um vier Prozent nach.

In Südkorea fielen erste Tests von Weizen-Chargen negativ aus. Es würden aber weiterhin Proben von Weizen und Mehl aus den USA genommen, teilte ein Beamter des Ernährungsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters mit. Südkorea importiert jährlich circa 5 Millionen Tonnen Weizen, die Hälfte davon kam 2012 aus den USA. Auch Thailand reagierte auf die Meldungen und versetzte die Häfen in Alarmbereitschaft. Die Europäische Kommission riet den Mitgliedsstaaten der EU, mehr Kontrollen durchzuführen als üblich. Japan, ein bedeutender Abnehmer von US-Weizen, hat laut Reuters bereits eine größere Lieferung des Getreides gestoppt.

Für die USA könnte der Vorfall ernsthafte wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen. Im vergangenen Jahr exportierte das Land Weizen im Wert von 8 Milliarden Dollar. Der Anbau von gentechnisch verändertem Weizen ist dort nicht erlaubt. Monsanto hatte zwischen 1994 und 2004 jedoch zahlreiche Freilandversuche mit modifizierten Pflanzen in mehreren Bundesstaaten durchgeführt. Woher der Gentech-Weizen stammt, der nun in Oregon gefunden wurde, ist noch nicht geklärt. Manche Experten zweifeln auch daran, ob die Ursache festgestellt werden kann.

Und auch nicht, wie weit er schon verbreitet wurde: „Wir können nicht wirklich sagen, ob er auf anderen Feldern ist oder nicht. Wir wissen es nicht“, sagte Mike Flowers, ein Getreide-Forscher der Orgeon State University. Ein Landwirt aus Oregon hatte dem Universitätslabor eine Probe seines Weizens geschickt. Beim Gen-Test wurde dann die Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Pflanzen festgestellt. Der Landwirt hatte auf einem brachliegenden Feld das Herbizid „Roundup“, das ebenfalls von Monsanto stammt, gesprüht und sich über einzelne Weizenpflanzen gewundert, die danach weiterhin dort wuchsen. Der Gentechnik-Weizen trägt ein Resistenzgen gegen das Herbizid in sich.

In den letzten Jahren kam es mehrfach zu Gentechnik-Verunreinigungen von Lebensmitteln. 2006 wurden in Europa große Mengen des transgenen Reis LL601 von Bayer entdeckt. Die EU-Kommission fand ihn in jeder fünften Probe Langkorn-Reis. Drei Jahre später waren es dann Leinsaat-Lieferungen aus Kanada, die für Aufruhr sorgten. In verschiedenen deutschen Supermärkten wurden die Samen von herbizidresistenten Flachspflanzen aus Nordamerika in Backwaren und Müsli entdeckt. Und das, obwohl der Anbau von Gentechnik-Lein in Kanada bereits 2001 eingestellt worden war. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet eine solche Verunreinigung hohe Kosten für Kontrollen und Rückrufaktionen.

New York Times: Japan and South Korea Bar Imports of U.S. Wheat (31.05.13)

Reuters: U.S. discovery of rogue GMO wheat raises concerns over controls (31.05.13)

Reuters: South Korea says finds no GMO in initial tests of U.S. Wheat (03.06.13)

Washington Post: Monsanto shares fall as South Korea joins pause in wheat imports (01.06.13)

Der Spiegel: Genfood aus den USA: "Versenkt Euren Reis im Ozean" (12.09.2006)

Die Welt: Genmanipulierte Leinsaat – Greenpeace läuft Sturm (11.09.09)