Öko-Test nimmt Milch unter die Lupe

Berlin, 28.03.2013 - Das Magazin Öko-Test hat 34 Milchprodukte aus deutschen Kühlregalen unter die Lupe genommen, die mit Kühen auf der Weide oder Abbildungen von Wiesen werben. Anhand des Fettsäuren-Gehalts schlossen die Experten auf das Futter, das die Tiere bekamen. Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Milch aus konventionellen Betrieben wird mit viel Kraftfutter erzeugt - dieses enthält meist Soja von gentechnischen veränderten Pflanzen.

Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lehnen die Agro-Gentechnik ab. Bei Milchprodukten spiegelt sich das aber noch nicht überall wieder. Im Test wiesen 20 von 28 Milchprodukten aus konventioneller Erzeugung einen geringen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren auf. Das lässt laut dem Magazin darauf schließen, "dass die Kühe nur einen geringen Anteil an Grünfutter bekommen haben und dafür hohe Kraftfuttermengen und hohe Anteile Maissilage." Die Rohstoffe dafür kommen häufig aus Südamerika, wo transgene Soja in großem Stil für den Export angebaut wird. Auf Nachfrage von Öko-Test konnten nur sieben der 28 Molkereien eine "Ohne Gentechnik" Fütterung zusichern, vier davon aus Österreich, wo Kühe nur noch gentechnikfrei gefüttert werden. Rechnet man die österreichische Milch heraus, ergibt sich nur ein Anteil von 12,5%, für die eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Pflanzen nachgewiesen wird.

Doch es gibt auch einen Trend hin zur gentechnikfreien Milchproduktion. Das "Ohne Gentechnik"-Siegel des Verband Lebensmittel ohne Gentechnik, das den Einsatz von genmodifizierten Futterpflanzen ausschließt, nutzen heute schon 34 Molkereien. Viele weitere befinden sich in der Umstellungsphase. Bedenken, das gentechnikfreie Futter könnte ausgehen, müssen die Betriebe nicht haben. Allein das Zertifizierungsunternehmen CERT ID rechnet für dieses Jahr bei gentechnikfreiem Soja aus Brasilien mit einer Steigerung von 4,3 auf 5,9 Millionen Tonnen. Und natürlich gibt es auch heimische Alternativen zum Import aus Südamerika. Dazu gehören Rapsschrot, Initiativen zum europäischen Sojaanbau, aber auch Weidegras und Eiweißpflanzen wie Klee und Ackerbohnen.

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