Bayern für EU-Eiweißstrategie

27.11.13 – Am Montag und Dienstag fand in Augsburg der zweite Internationale Donau-Soja-Kongress statt. Eröffnet wurde er von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. In seiner Rede sprach sich der CSU-Politiker für eine EU-weite Eiweißstrategie aus. Der Anbau von Soja und Leguminosen in Europa müsse gefördert werden, um die Abhängigkeit von Gentechnik-Futter aus Übersee zu verringern.

Für dieses Ziel hätten sich Bayern und Österreich in den letzten Jahren engagiert. Um Erfolge einzufahren, brauche man aber die Hilfe der EU. „Brüssel kann hier wichtige Impulse setzen, etwa durch den Leguminosenanbau im Rahmen von Greening, durch spezielle Forschungsprogramme oder durch gezielte Werbung für Lebensmittel, die mit heimischen Eiweißfuttermitteln hergestellt wurden“, erklärte Brunner. Mit einheimischen Futtermitteln will Bayern Importe aus Südamerika ersetzen – wo überwiegend gentechnisch verändertes Soja angebaut wird. Der Freistaat alleine importiert laut Agrarministerium gut 800.000 Tonnen Sojaschrot pro Jahr - meist gentechnisch verändert.

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) begrüßt die Position der bayerischen Landesregierung. Die beste Förderung des gentechnikfreien, heimischen Eiweißpflanzenanbaus wäre, Absatzwege für diese Pflanzen zu schaffen. Die bayerische Landesregierung hat es in der Hand die Nutzung gentechnikfreier Futtermittel für das Siegel „Geprüfte Qualität – Bayern“ vorzuschreiben.

An der Initiative Donau-Soja sind Regierungen und Unternehmen aus zahlreichen Ländern beteiligt, darunter neben Bayern und Österreich auch Serbien, Kroatien, Ungarn, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, die Schweiz und seit Kurzem auch Polen und Bulgarien. Sie wollen gentechnikfreies Soja für den europäischen Markt produzieren. Laut Brunner wünschen sich die meisten Verbraucher eine klimaschonende und gentechnikfreie Lebensmittelherstellung - „All diese Wünsche können wir mit einer heimischen Eiweißfuttermittelversorgung erfüllen!“

Wichtig sind dafür nach Ansicht des Ministers Investitionen in die Pflanzenzucht. „Von den Züchtern erwarte ich mir mehr Engagement, damit wir auch in Bayern und Deutschland mehr heimisches Soja anbauen können. Wir wollen hier wieder Kompetenzen schaffen, die es bereits in der Vergangenheit gab!“ Dafür wolle man sich zusammen mit der Wirtschaft um Forschungsgelder bemühen.

Der VLOG ist Mitglied im Verein Donau Soja und hat die Tagung mit der Gestaltung eines Forums zur "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung unterstützt. Zusammen mit dem österreichischen Verein ARGE Gentechnik-frei fordert der VLOG eine Angleichung der vielen nationalen Regelungen zur "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung.

Österreichische Supermärkte setzen derweil schon im großen Stil auf Fütterung ohne Gentechnik. Laut einem Bericht der BauernZeitung haben wichtige Einzelhandelsunternehmen beschlossen, künftig nur noch Eier zu verkaufen, die mit Soja aus der Donauregion erzeugt wurden. Dabei gehe es um 3.400 Filialen von Billa, Hofer, Interspar, Merkur, Spar und Penny. Laut der ARGE Gentechnik-frei führen in Österreich schon fast 2.000 Produkte die Qualitätszeichen „Gentechnik-frei erzeugt“ oder „Ohne Gentechnik hergestellt“.

Pressemitteilung: Heimisches Soja für Europas Bauern - Brunner fordert länderübergreifende Eiweißstrategie (25.11.13)

Rede von Helmut Brunner bei der Eröffnung des Donau-Soja-Kongresses (25.11.13)

BauernZeitung: Gentechnikfreies Donau Soja für Österreichs Legehennen: Chance für die Landwirtschaft; positive Effekte für die Umwelt (22.11.13)

ARGE Gentechnik-frei: http://www.gentechnikfrei.at/