Rewe legt Leitlinie für gentechnikfreie Futtermittel vor

04.09.13 – Der Einzelhandelskonzern Rewe Group hat Leitlinien für Futtermittel vorgelegt. Diese gilt für tierische Produkte, die in den Märkten der Rewe Group (Rewe, Penny und toom) als frische Eigenmarken verkauft werden. Das Tierfutter soll zunehmend aus Europa kommen – man sei aber auf „absehbare Zeit“ noch auf Soja aus Südamerika angewiesen. Dieses dürfe jedoch nicht gentechnisch verändert sein.

Die Verbraucher bevorzugten „häufig Lebensmittel, bei deren Herstellung auf gentechnisch veränderte Organismen verzichtet wurde“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Die REWE Group definiert die Gentechnik-Freiheit deshalb als Anforderung.“ Dies soll für Milch, Eier, Käse und alle anderen „frischen REWE Group Eigenmarkenprodukte tierischen Ursprungs“ gelten, die in den Regalen der deutschen Filialen landen. Bio-Produkte sind ausgenommen, da sie laut Gesetz ohnehin gentechnikfrei sein müssen.

Je nach Tierart sei es unterschiedlich leicht, auf gentechnikfreie Futtermittel umzustellen, so Rewe. Bei Kühen und Schafen sei dies aus biologischen Gründen schneller möglich als bei Schweinen und Hühnern. Deshalb werde für jede Spezies ein eigener Zeitplan erarbeitet. Wie die Erzeugnisse im Supermarkt genau kenntlich gemacht werden, ist noch nicht bekannt. Aus Sicht des VLOG sollte eine gentechnikfreie Produktion immer auch durch eine „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung transparent gemacht werden. Nur so erhält der Verbraucher die Wahlfreiheit, die er braucht, um mit seiner Kaufentscheidung den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu beeinflussen.

Rewe geht in seinen Leitlinien auch auf die allgemeinen Auswirkungen des großflächigen Sojaanbaus ein. Dieser gehe „vielfach zulasten artenreicher Ökosysteme oder kleinbäuerlicher Strukturen“. Deshalb fördere Rewe „eine sukzessive Substitution von aus Südamerika importiertem Sojaschrot durch europäische Eiweißquellen“, beispielsweise Leguminosen wie Ackerbohnen. Daher habe der Konzern den Verein Donau-Soja mitgegründet, der sich für den Anbau von gentechnikfreier Soja in den europäischen Ländern entlang des Flusses einsetzt. Weil solche Umwälzungen nicht schnell zu machen seien, müsse jedoch „auch zukünftig ein großer Teil der Eiweißfütterung auf Basis des aus Übersee importierten Sojas beruhen.“

Vor einem Jahr hatte Rewe bereits angekündigt, dass die Eigenmarkenprodukte mit seinem „Pro Planet“-Label künftig aus gentechnikfreier Fütterung stammen müssen.

 

Rewe Group: Leitlinie für Soja als Futtermittel

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