Österreich & Deutschland: Gegenseitige Anerkennung bei der Geflügelproduktion

27.10.2014 – Einen wichtigen Schritt in Richtung Markterleichterung für die Gentechnik-freie Produktion in Österreich und Deutschland haben nun die ARGE Gentechnik-frei und der VLOG e.V. gesetzt.

In einer gemeinsamen Erklärung haben die beiden Verbände am 20. Oktober festgehalten, dass die Vorgaben für die Produktion und Kontrolle im Bereich Geflügel – Futtermittel, Masthühner, Legehennen – im VLOG-Standard bzw. in der dem österreichischen Kontrollzeichen zugrundeliegenden Codex-Definition denselben Qualitätsanforderungen entsprechen.

In den Produktionsbereichen Geflügelfutter, Masthühner und Legehennen kann daher Ware, die in Öster­reich nach dem System der ARGE Gentechnik-frei zertifiziert wurde, bedenkenlos auch für Produkte, die das Siegel „Ohne Gentechnik“ des VLOG führen, eingesetzt werden. Konsequenterweise werden in Österreich ebenso die nach VLOG-"Ohne Gentechnik"-Standard zertifizierten Produkte als gleich­wertig anerkannt.

„Wir stellen fest, dass durch das aktuell auf dem deutschen Markt rasant wachsende Interesse an Lebensmitteln ‚Ohne Gentechnik’ auch die Nachfrage für österreichische Produkte wächst. Dies ist eine gewaltige Chance für hochwertige Lebens- und Futtermittel aus Österreich – es war daher naheliegend, Wege zu suchen, um den Marktauftritt in beiden Ländern zu erleichtern“, erklärte Florian Faber, Geschäftsführer der ARGE Gentechnik-frei. In die gleiche Kerbe schlägt Alexander Hissting vom deutschen VLOG: „Die Probleme der Gentechnik-Fütterung sind international. Die Lösung erfordert das Überwinden von nationalstaatlichem Denken. Wir freuen uns, gemeinsam mit unseren Kollegen aus Österreich an einer Gentechnik-freien Landwirtschaft von Morgen arbeiten zu können“.

Über die gegenseitige Anerkennung im Bereich Geflügel hinaus arbeiten die beiden Verbände auch generell in Richtung Anerkennung der beiden Kennzeichnungs- und Kontrollsysteme als gleichwertig hin: „Die Gentechnik-frei Regelungen in Österreich und Deutschland sind aktuell die am besten erprobten und auch die qualitativ anspruchsvollsten in Europa. Die Unterschiede liegen nur in Details – wir besprechen derzeit mit den deutschen Kollegen, wie wir rasch und pragmatisch zu einer gegenseitigen Anerkennung der beiden Zeichen und Zertifizierungssysteme kommen“, erklärt Florian Faber. Die europäische Harmonisierung der Anforderungen für die Gentechnik-freie Produktion ist für beide Verbände wichtiges Ziel.

Der Weg zur gegenseitigen Zertifizierung

Für Betriebe, die ihre Produkte auch im jeweiligen Nachbarland auf den Markt bringen wollen, wurde eine transparente und leicht rückverfolgbare Vorgangsweise festgelegt: Mit der Vorlage des aktuell gültigen Kontrollzertifikates sowie einer auf das Unternehmen ausgestellten Kopie der schriftlichen Erklärung der beiden Verbände werden die Produkte als gleichwertig anerkannt. Beide Verbände müssen darüber schriftlich informiert werden. Lediglich die Lizenzgebühren für die Zeichenverwendung müssen in jeweils beiden Ländern entrichtet werden.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der ARGE Gentechnik-frei.