GV-Äpfel in USA zugelassen

23.02.2015 – Eine Behörde des US-Landwirtschaftsministeriums hat die Vermarktung von zwei gentechnisch veränderten Apfelsorten zugelassen. Die Laborentwicklungen sollen nicht braun werden, wenn sie aufgeschnitten wurden. Verbraucherschützer kritisieren das als unnötig und riskant.

Die Gentechnik-Varianten „Arctic Granny“ und „Arctic Golden“ stammen vom Unternehmen Okanagan Specialty Fruits Inc. Die Firma setzte dafür auf eine relativ neue Gentechnik-Methode, die den natürlichen Zellmechanismus der RNA-Interferenz (RNAi) ausnutzt. Damit können bestimmte Gensequenzen abgeschaltet werden. Zu etwaigen Gesundheits- oder Umweltrisiken ist wenig bekannt. Die US-Behörde hielt lediglich fest, dass eine schädigende Wirkung auf landwirtschaftliche Nutzpflanzen und die „menschliche Umwelt“ unwahrscheinlich sei.

„Diese Entscheidung ist wissenschaftlich unverantwortlich und fehlgeleitet“, kritisierte Doug Gurian-Sherman, Wissenschaftler des Center for Food Safety. Die Behörde habe nicht geprüft, ob es ungewollte Auswirkungen auf das Pflanzengenom geben könne. Auch die Branchenverbände U.S. Apple Association, Northwest Horticultural Council und British Columbia Fruit Growers Association hatten sich im Vorfeld gegen eine Zulassung von Gentechnik-Äpfeln ausgesprochen, weil sie geschäftsschädigende Folgen fürchten.

Laut Süddeutscher Zeitung kommen die gentechnisch veränderten Äpfel frühestens 2016 in USA in den Handel. Eine Zulassung für den Import in die EU besteht nicht.

APHIS USDA: USDA Announces Deregulation of Non-Browning Apples

Center for Food Safety: USDA Approves Genetically Engineered Apple Despite Health Concerns (13.02.15)

Süddeutsche: Grüne Gentechnik Superäpfel sollen ewig frisch bleiben (16.02.15)