GV-Lachs genehmigt

23.11.2015 – In den USA fiel vergangenen Donnerstag eine historische Entscheidung: mit einem Lachs, dem Gene anderer Arten eingebaut wurden, wurde erstmals ein gentechnisch verändertes Tier zum menschlichen Verzehr zugelassen.

Der sogenannte „AquAdvantage“-Lachs der Firma Aquabounty musste lange auf die Genehmigung warten. Gestern erteilte sie die Lebensmittelbehörde FDA. Damit darf der Gentechnik-Lachs als Lebensmittel verkauft werden. Allerdings mit Einschränkungen: produziert werden darf er nur in speziellen Anlagen in Kanada und Panama, nicht aber in den USA.

Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen reagierten enttäuscht auf die Zulassung. Ob der gentechnisch veränderte Fisch tatsächlich auf vielen Tellern landen wird, bleibt aber ohnehin noch abzuwarten. Mehrere US-Lebensmitteleinzelhändler hatten schon in den letzten Monaten angekündigt, den AquAdvantage-Lachs nicht ins Sortiment nehmen zu wollen.

Ob der Gentech-Lachs in den USA gekennzeichnet wird, hängt indes vom Willen des Herstellers ab. Die FDA verwies darauf, sie könne keine verpflichtende Gentechnik-Kennzeichnung anordnen, weil der transgene Lachs keinen „materiellen Unterschied“ zu herkömmlichem Lachs aufweise. Man habe aber einen Leitfaden für Unternehmen erstellt, die die gentechnische Veränderung ihrer Produkte freiwillig ausweisen wollen. Das wird wohl eher nicht passieren: auch in den USA lehnt ein Großteil der Verbraucher gentechnisch manipuliertes Essen ab.

In die EU darf der gentechnisch veränderte Lachs nicht eingeführt werden. Auch beantragt wurde das bislang nicht. Sollte es doch dazu kommen, müsste das Produkt nach derzeitiger Rechtslage als „genetisch verändert“ gekennzeichnet werden.

FDA: FDA takes several actions involving genetically engineered plants and animals for food (19.11.15)

Spiegel Online (20.11.15):  Schnell wachsender Fisch: US-Lebensmittelaufsicht lässt Gen-Lachs zu