Soja von der Donau

03.11.2015 – Letzte Woche tagten in Ulm europäische Regierungen, die mit der  EU-Donauraumstrategie eine nachhaltige Entwicklung der Länder in der Region voranbringen wollen. Auch der Anbau von gentechnikfreier Soja war Thema – er soll die Abhängigkeit von Übersee-Importen reduzieren. Um die sechs Millionen Tonnen könnten dieses Jahr geerntet werden, prognostiziert der Verein Donausoja – obwohl die Trockenheit die Erträge vielerorts schmälerte.

Politik und Wirtschaft haben die Chancen einer europäischen Eiweißversorgung erkannt. „Das Land Baden-Württemberg setzt sich für den heimischen Anbau von gentechnikfreien Eiweißpflanzen ein, denn so können hiesige Betriebe von der gesamten Wertschöpfungskette profitieren – vom Acker bis zum Teller“, sagte der Amtschef des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer. „Wir benötigen den verstärkten Anbau, um ausreichend gentechnikfreie Eiweiß-Futtermittel für eine gentechnikfreie Landwirtschaft zur Verfügung zu haben. Der Donauraum eignet sich klimatisch besonders gut dafür.“ Auch Bayern bemüht sich um mehr Soja aus Europa.

Ein besonders wichtiges Anbauland für gentechnikfreie Sojabohnen ist die Ukraine – gut die Hälfte der Ernte kommt von dort. „Die Ukraine ist ein wichtiger Zukunftsmarkt und Sojaproduzent für uns“, bestätigte Matthias Krön, Obmann des Vereins Donau Soja. „Seit Juni arbeiten wir daran unser Repräsentantenbüro in Kiev aufzubauen.“ Es gebe viel Interesse und immer mehr Beitritte ukrainischer Firmen zum Netzwerk, das derzeit nach eigenen Angaben 200 Mitglieder verbindet, darunter Agrarhändler, Supermarktketten wie Rewe, Edeka und Migros, aber auch Umweltschutzverbände wie WWF und Greenpeace.

Die Nachfrage nach Futtermitteln ohne Gentechnik dürfte in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Der Lebensmitteleinzelhandel treibt die Entwicklung. So forderte Jürgen Mäder, Geschäftsführer der Edeka Südwest Fleisch, in Süddeutschland Schweinefleisch ohne den Einsatz gentechnisch veränderte Futterpflanzen zu produzieren. „Es ist unser mittelfristiges Ziel den Forderungen unserer KonsumentInnen nachzukommen und die Soja-Importe maßgeblich zu reduzieren.“

Eine gute Versorgungslage ist dafür entscheidend. Gerade in Süddeutschland sieht es da gut aus. Erst kürzlich gab beispielsweise Archer Daniels Midland (ADM) bekannt, bis zum zweiten Quartal 2016 seine Anlage im bayerischen Straubing umrüsten zu wollen, um dort künftig neben Raps auch gentechnikfreies Sojaschrot verarbeiten zu können. „Tierhalter dieser wichtigen Agrarregionen bekommen eine weitere Möglichkeit zuverlässig europäisches und GVO-freies Soja zu beziehen,“ begrüßte Donausoja-Chef Matthias Krön diese Investition.

VLOG: GVO-freies Soja aus Europa: Erntejahr 2015 + ADM investiert in Straubing (15.10.15)