Aufwärtstrend bei Milch ohne Gentechnik hält an

23.08.2016 - Knapp 2,66 Millionen Tonnen Milch ohne Gentechnik wurden 2015 bei den bayerischen Molkereien angeliefert. Davon waren 429.000 Tonnen Biomilch, ermittelte das bayerische Institut für Ernährungswirtschaft und Märkte (IEM). Damit war 2015 ein Drittel der insgesamt 8,67 Millionen Tonnen bayerischer Milch ohne Gentechnik. Das IEM schätzt, dass es 2017 schon die Hälfte sein könnte.

„Mit 30 Prozent gentechnikfreier Milch sind wir in Bayern schon am weitesten“, meint Hans-Jürgen Seufferlein, Geschäftsführer des Verbandes der Milcherzeuger Bayern. Und das sei nur die statistisch erfasste Milch. Seufferlein geht davon aus, dass der Anteil tatsächlich noch höher ist. 2014 waren noch 27 Prozent der bayrischen Milch gentechnikfrei. Mit 2,23 Millionen Tonnen hat sich die Menge der konventionell erzeugten Milch ohne Gentechnik seit 2011 sogar verdreifacht. In die Mengen fließt auch Milch mit ein, die von außerhalb angeliefert wurde – etwa aus Baden-Württemberg.      

Der Trend zur gentechnikfreien Milch wird von den Kunden bestimmt. Um ihre Wünsche zu erfüllen, stellen immer mehr Lebensmitteleinzelhändler ihr Milchangebot um. Käse und andere Milchprodukte sollen folgen. Dieser Nachfragedruck wird nach Einschätzung des Instituts für Ernährungswirtschaft und Märkte über die Molkereien, die teilweise nur noch Milch ohne Gentechnik abnehmen werden, auf die Landwirte durchschlagen. Das IEM erwartet, dass bis 2017 noch zahlreiche weitere Milchbauern in Bayern auf gentechnikfreie Fütterung umstellen werden.     

Denn das ist die wesentliche Voraussetzung, damit sie ihre Milch als gentechnikfrei verkaufen können. Hier hat sich zwischenzeitlich der vom VLOG für das Siegel „Ohne GenTechnik“ erarbeitete Standard allgemein etabliert. Die Zuschläge, die Molkereien für diese Milch zahlen, variieren laut IEM allerdings stark: von Null bis 1,5 Cent pro Kilogramm Milch.

Quelle: Die Angaben basieren auf einem Artikel zum Thema „Besondere Milchqualitäten legen in Bayern zu“, der unter anderem am 17.8.2016 in der Zeitschrift „Die Milchwirtschaft“ erschien.