Gentechnik: neues Label aus Niedersachsen?

8.8.2016 - Niedersachsen plant ein neues Label für gentechnikfreie Produkte aus heimischer Erzeugung. Das ist Bestandteil eines dreijährigen Projektes, das den Absatz tierischer Produkte fördern soll, für die einheimische gentechnikfreie Eiweißpflanzen verfüttert wurden. Dazu soll die Vereinigung Norddeutscher Direktvermarkter (VND) regionale Vermarktungsstrukturen aufbauen. Mit Fördermitteln von 119.000 € hat sie dafür jetzt eine Koordinierungsstelle eingerichtet.

„Die Entwicklung eines regionalen oder gar überregionalen Labels ist wichtig“, findet Niedersachsens Agrar- und Verbraucherschutzminister Christian Meyer. Besonderer Fokus des neuen Labels seien die gentechnikfreien Futtermittel aus heimischem Anbau. Anders als bei der bereits bestehenden Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ des Bundes, solle beim geplanten neuen Label kein gentechnikfreies Importsoja etwa aus Übersee verwendet werden dürfen.

Niedersachsens Agrarminister Meyer forderte ferner, aus dem bislang freiwilligen Siegel auf Bundesebene Pflichtkennzeichnungen „mit genmanipulierten Futtermitteln erzeugt“ und „ohne Gentechnik“ zu machen. Das habe die Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt, so der grüne Minister. Da Fragen der Gentechnik von der Europäischen Union rechtlich geregelt werden, müsste die Bundesregierung das allerdings bei der EU durchsetzen.

Das freiwillige bundeseinheitliche Siegel „Ohne GenTechnik“ verwaltet der VLOG seit 2010 im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Bislang wurden für mehr als 4.000 Lebensmittel Lizenzen zur Nutzung des "Ohne GenTechnik"-Siegels vergeben. Nach Angaben des Thünen-Instituts waren 2014/15 von den 4,5 Millionen Tonnen in Deutschland verbrauchten Sojaschrotes etwa 78-80 % gentechnisch verändert.

Infografik: Verfütterung von Sojaschrot in Deutschland 2014/15

Presseinfo des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz