NRW fordert europaweite „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung

19.12.2016 - Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat erneut gefordert, eine europaweite Kennzeichnung für Lebensmittel ohne Gentechnik einzuführen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsminister, Horst Becker (Grüne), meint: „Verbraucher müssen in allen europäischen Staaten die Möglichkeit haben, gentechnikfrei erzeugte Lebensmittel zu erkennen und diese Information bei ihrem Einkauf zu berücksichtigen.“

Becker ist zudem Präsident des Europäischen Netzwerks Gentechnikfreier Regionen. Anfang Dezember hatte er zu einem Workshop nach Brüssel eingeladen. Dort wurde über die Kennzeichnung und über den grenzüberschreitenden Handel mit gentechnikfreien Produkten diskutiert. Der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) war ebenfalls vertreten. Geschäftsführer Alexander Hissting: „In vielen Ländern wünschen sich immer mehr Verbraucher gentechnik-frei erzeugtes Fleisch, Milch oder Eier. Wir brauchen gemeinsame Regeln, damit auf 'Ohne Gentechnik' überall Verlass ist und gentechnik-freie Rohwaren auch ohne bürokratische Hürden grenzüberschreitend gehandelt werden können.“

Ein großer Vorteil: Vertreter aus 15 Ländern der Donau-Region haben bereits gemeinsame Standards für die Zertifizierung und Kennzeichnung gentechnikfreier Pflanzen- und Tierprodukte ausgearbeitet. Ihre Vorschläge haben die Beteiligten, darunter das österreichische Umweltbundesamt, der Verein Donau-Soja und der VLOG, der Öffentlichkeit präsentiert. Sie könnten auch als Blaupause für eine europaweite Harmonisierung dienen.

VLOG: Harmonisierter „Ohne Gentechnik“-Standard im Donauraum (25.10.16)