Gentechnik-freie Soja boomt

12.01.2016 - Im vergangenen Jahr stammten mit 56 Millionen Tonnen 17 Prozent der weltweiten Sojaernte aus gentechnik-freier Produktion. Das berichten die niederländische ProTerra Foundation und der in Österreich ansässige Verein Donau Soja.

Als gentechnik-frei zertifiziert und verkauft wird momentan nur ein kleiner Teil: 5 Millionen Tonnen, die hauptsächlich aus Brasilien kommen. Doch die Branche wächst rasant: 2015 soll die Menge an zertifiziert gentechnik-freier Soja um 31 Prozent zugenommen haben. Für 2016 erwarten ProTerra und Donau Soja einen weiteren Anstieg um 12 Prozent. 5,6 Millionen Tonnen könnten dann zur Verfügung stehen.

Als Treiber der Entwicklung hin zur gentechnikfreien Produktion, die auch als solche erkennbar ist, sehen die Organisationen den europäischen Lebensmitteleinzelhandel. Vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz fragten Supermärkte immer mehr Tierprodukte aus gentechnik-freier Fütterung nach. Hinzu komme die skandinavische Fischzucht. Zudem holt Europa auch bei der Sojaerzeugung auf: zwei Millionen Tonnen Soja wurden in Ländern der EU geerntet.

Und auch Indien spielt laut dem Bericht eine zunehmend wichtige Rolle in der Produktion von gentechnikfreier Soja. Vorerst bleibt aber Brasilien dominant – zumindest bei der zertifizierten Ware. In absoluten Zahlen liegt sogar China vorn, allerdings ist nur ein geringer Teil zertifiziert gentechnik-frei. Zudem ist unklar, in welchem Umfang im Land illegal Gentechnik-Soja angebaut wird.

Für den Bericht haben ProTerra und Donau Soja eigene Daten und die Statistiken des US-Landwirtschaftsministeriums ausgewertet. Die vier-seitige „Non-GMO Soy Synopsis“ kann für 50 Euro erworben werden unter: info(at)proterrafoundation(dot)org (Englischsprechend) oder office(at)donausoja(dot)org (Deutschsprechend).

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