Gentechnik-Soja in Ukraine

29.06.2016 - Die Ukraine ist der größte Sojaproduzent Europas. Gentechnik im Anbau ist dort nicht erlaubt. Trotzdem werden gentechnisch veränderte Sojapflanzen anscheinend in großem Umfang genutzt.

Der Informationsdienst Gentechnik berichtet unter Berufung auf Branchenkenner, dass 50 bis 80 Prozent der Sojaproduktion des Landes auf Gentechnik beruhen könnte. Fachleute des US-Landwirtschaftsministeriums hatten im Mai 80 Prozent genannt. Vermutlich geht es dabei um glyphosat-resistente Varianten. Genehmigt ist der Gentechnik-Anbau nicht. Auch in der EU darf bislang keine transgene Soja aufs Feld.

Laut dem Verein Donau Soja erzeugten europäische Landwirte im letzten Jahr 6,5 Millionen Tonnen Soja. Mehr als die Hälfte stammt aus der Ukraine.

Donau Soja führt das Land zusammen mit Moldawien in der höchsten „Risikostufe“. Dadurch gelten spezielle Anforderungen wie: die ausschließliche Verwendung von „Originalsaatgut“ muss mit Rechnungen belegt werden; es müssen eigene Aufzeichnungen über Anbau und Ernte geführt werden; es muss ein Vertrag mit einer Kontrollstelle geschlossen und jährlich Kontrollen durchgeführt werden; Lagerstellen müssen pro Lagereinheit bzw. 100 Tonnen mindestens einen Gentechnik-Schnelltest durchführen (bei positiven Tests kommt es zu weiteren Untersuchungen bzw.einer PCR-Analyse), etc.

Informationsdienst Gentechnik: Europäische Sojaernte legt zu - Gentechnik-Verbot in Ukraine missachtet (23.06.16)

USDA FAS: Ukraine: 2016/17 Crop Production Forecasts (23.05.16)

Donau Soja: Richtlinie inkl. Risikostufen