Gentechnikfreie Weidemilch in Niedersachsen

23.06.2016 - Niedersachsen will bis Ende 2016 ein neues Label für Weidemilch etablieren - Bauern soll so ein fünf Cent höherer Erlös pro Liter Milch ermöglicht werden. Ein Kriterium wird auch sein, dass keine gentechnisch veränderten Pflanzen ins Futter gelangen.

An 120 Tagen im Jahr sollen die Kühe dann sechs Stunden auf der Weide grasen. Zusätzlich benötigtes Futter muss gentechnikfrei sein. Auch das kann dann gekennzeichnet werden, um die Qualität der Milch hervorzuheben. „Zertifizierte Milch wird unsere Betriebe stärken, die mit Weidehaltung viel für Tier- und Umweltschutz, Artenvielfalt und den Erhalt der Kulturlandschaft tun“, erklärte Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne). „Die Marktchancen dafür stehen gut, wenn es jetzt auch genutzt wird.“

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Mitglied im Bund deutscher Milchviehhalter (BDM) Ottmar Ilchmann begrüßte die neuen Möglichkeiten. „Wir werden ein hochwertiges Label bekommen, um über die besondere Qualität der Milch eine höhere Wertschöpfung zu erzielen. Das ist nicht nur wie derzeit während einer Milchkrise wichtig. Nur mit fairen Preisen können bäuerliche Betriebe überleben.“

Dass trotz anfänglicher Skepsis einiger Beteiligter auch die gentechnikfreie Fütterung als Kriterium für das Label aufgenommen wurde, zeigt wie dynamisch sich der Markt für „Ohne Gentechnik“-Produkte entwickelt. Die Nachfrage des Lebensmitteleinzelhandels nach solchen Produkten ist weiterhin groß.

ML Niedersachsen: Niedersachsen ebnet Weg zur Weidemilch-Label