Mehr Gentechnik-Soja für Brasilien

11.03.16 – Brasilianische Landwirte werden dieses Jahr mehr Gentechnik-Sojasorten zur Auswahl haben. Allerdings sind auch die von Bayer und BASF entwickelten Pflanzen resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel.

Wie Bloomberg berichtet, rechnet Bayer damit, dass 2.000 Sojaproduzenten die „Liberty Link“-Variante des deutschen Konzerns zu Beginn der kommenden Anbausaison aussäen werden. Die gegen das in der EU nur noch eingeschränkt zugelassene Herbizid Glufosinat resistenten Sojapflanzen sollen eine Alternative zu Monsantos glyphosat-resistenter „Intacta“-Soja bieten. Wegen des systematischen Einsatzes sind auch immer mehr Unkräuter gegen Glyphosat immun.

BASF visiere einen Marktanteil von bis zu zehn Prozent in den kommenden Jahren an, schreibt Bloomberg. Die Ludwigshafener setzen auf „Cultivance“, eine in Brasilien entwickelte Gentechnik-Soja, die gegen Imidazolinon-Spritzmittel resistent ist.

Platzhirsch Monsanto geht aber ebenfalls von einem starken Wachstum aus. Die Flächen in Südamerika, auf denen seine „Intacta“-Sojapflanzen wachsen, sollen nach Firmenangaben auf 14 Millionen Hektar wachsen – das wäre doppelt so viel wie jetzt, berichtet Bloomberg.

Brasilianische Behörden gehen laut dem Bericht davon aus, dass 2016 über 100 Millionen Tonnen Soja geerntet werden. Größtenteils stammen die Bohnen von Gentechnik-Plantagen. Das Land ist aber auch der größte Produzent von nicht-gentechnischem Soja. Von den fünf Millionen Tonnen, die  letztes Jahr als gentechnikfrei zertifiziert wurden, kam der Löwenanteil aus Brasilien, wie die ProTerra Foundation und der Verein Donau Soja im Januar mitteilten. Insgesamt seien weltweit sogar 56 Millionen gentechnikfreies Soja geerntet worden – immerhin 17 Prozent der Gesamternte.

Bloomberg Business: Bayer Plans to Take on Monsanto in Brazil With GMO Soybean Seeds (09.03.16) 

VLOG: Gentechnik-freie Soja boomt (12.01.16)