Starke Dynamik bei Milch „Ohne Gentechnik“

16.11.2016 - Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) bietet immer mehr Molkereiprodukte mit der „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung an. Spätestens seit Lidl im Juli sein „Gen Over“ verkündet hat und seine Eigenmarken-Frischmilch nur noch mit der grünen Raute anbietet, gibt es auch bei der Konkurrenz kein Halten mehr. Nun hat auch Rewe angekündigt, sein Sortiment ab Januar deutlich auszubauen.

So soll es ab Anfang des kommenden Jahres in allen Märkten des Konzerns – also auch bei der Tochter Penny – zertifiziert gentechnik-freie Eigenmarken-Milch geben. In den folgenden Wochen sollen dann mehrere Eigenmarken-Käse das „Ohne Gentechnik“-Zeichen erhalten. Im Laufe des Jahres werden zudem „je nach Verfügbarkeit“ weitere Produkte hinzukommen, zum Beispiel Quark und Sahne, teilte Rewe mit.

Schon heute gibt es 839 Molkereierzeugnisse, die das „Ohne Gentechnik“-Siegel tragen. Nach Einschätzung des Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) wird bis Ende 2017 der gesamte LEH nur noch Eigenmarken-Milch verkaufen, die unter Einsatz von gentechnik-freien Futterpflanzen hergestellt wird.

Auch die Molkereien machen Dampf: Viele wollen schon zum bevorstehenden Jahreswechsel neue „Ohne Gentechnik“-Produkte auf den Markt bringen. Von den zehn größten deutschen Molkereien sind sieben bereits Mitglied des VLOG oder können das vom Verband vergebene Siegel nutzen.

Besonders dynamisch wandelt sich die bayerische Milchproduktion: Noch im Sommer prognostizierte die Landesanstalt für Landwirtschaft, dass bis Ende 2017 die Hälfte der in Bayern erzeugten Milch nach den „Ohne Gentechnik“-Kriterien produziert werden könnte. Mittlerweile gehen die Experten gar von fast 70 Prozent aus.

LZ: Handel forciert gentechnikfreie Sortimente (04.11.2016, nur mit Abo einsehbar)

VLOG: Aufwärtstrend bei Milch hält an (23.08.2016)