Agrarhändler Cargill setzt auf gentechnikfrei – in den USA

03.04.2017 - Cargill, der weltweit größte Agrarhändler, hat angekündigt, in den USA verstärkt gentechnikfreie Rohstoffe anzubieten. Man wolle den Kunden aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie dabei helfen, die steigende Verbrauchernachfrage nach gentechnikfreien Produkten zu bedienen, begründete das Unternehmen diesen Schritt.

In seiner Mitteilung verweist Cargilll auf sein Rückverfolgbarkeitssystem Cargill’s KnownOrigins. Dessen Vorgaben würden die Anforderungen für eine Gentechnikfrei-Auslobung von Lebensmittel in den USA erfüllen. Die Erzeugnisse könnten bis zu den Anbauern rückverfolgt werden, würden getrennt gelagert und verarbeitet und mehrfach auf gentechnische Verunreinigungen überprüft. So sei sichergestellt, dass die Erzeugnisse den Anforderungen des US-amerikanischen Non-GMO-Standards gerecht würden.

Bereits im Oktober 2016 hatte Cargill drei Rohstoffe von der in den USA angesehenen Organisation Non-GMO-Project zertifizieren lassen und sie mit deren Logo ausgezeichnet. Inzwischen verfügen nach Unternehmensangaben 16 Rohstoffe über ein solches Gentechnikfrei-Zertifikat, darunter mehrere Maiserzeugnisse, Sonnenblumen-, Raps- und Sojaöl sowie wichtige verarbeitete Zutaten wie Glukosesirup oder modifizierte Stärke. „Wir werden weiterhin eng mit dem Non-GMO-Procect zusammenarbeiten und hoffen in naher Zukunft weitere zertifizierte Cargill-Zutaten vorstellen zu können“, sagte Cargills oberste Qualitätsmanagerin Lea Buermann.

Diese Ankündigung habe bei Twitter zu bösen Kommentaren von hochrangigen Monsanto-Managern und –Lobbyisten geführt, berichtete die Internet-Plattform GM-Watch. Aus deren Sicht verbreite das Non-GMO-Project Hass und Angst vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln. GM-Watch erklärt diese Ausbrüche damit, dass die Entwicklung hin zu gentechnikfreien Lebensmitteln in den USA von Monsanto als besorgniserregend wahrgenommen werde. Das gilt auch für Farmer, die sich dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verschrieben haben und sich ebenfalls verärgert über Cargill äußerten, wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtete. Er schreibt, dass auch der Agrarhändler Bunge, die Nummer vier weltweit, einige Zutaten vom Non-GMO-Project habe zertifizieren lassen. Megan Westgate, die Geschäftsführerin des Non-GMO-Projects, sieht laut Bloomberg in dem Verhalten der großen Agrarhändler einen Paradigmenwechsel, der die ganze Beschaffungskette ändern werde.

Die Non-GMO-Mitteilung von Cargill (10.03.2017)

Das Non-GMO-ProjectCargills Webseite mit Non-GMO-Erzeugnissen (29.03.2017)

Der Kommentar von GM-Watch zu Cargill und Monsanto (26.03.2017)

Bloomberg über die Kritik an Cargill (28.03.2017)