„Wir lieben Lebensmittel“ – ohne Gentechnik

02.02.2017 – Gentechnikfreie Milchprodukte werden zum Mainstream – sie setzen sich auch bei den Eigenmarken der Supermärkte im Preiseinstieg immer stärker durch: So bietet Edeka seine Frisch- und H-Milch von „GUT&GÜNSTIG“ ab sofort nicht mehr nur in einigen Regionen, sondern nahezu bundesweit „Ohne GenTechnik“ an. Bis Mitte 2017 sollen die letzten weißen Flecken auf der Landkarte verschwinden. Aktuell stellt Edeka weitere Molkereiwaren auf GVO-freie Fütterung um, die grüne VLOG-Raute prangt dann bald auch auf Sahne, Quark, Käse und laktosefreien Produkten.

Auch Mitbewerber Rewe ist wieder einen Schritt weiter: Zum Jahreswechsel führte der Handelskonzern in allen 5.500 Rewe- und Penny-Märkten gentechnikfrei zertifizierte Frischmilch ein. Es folgen Eigenmarken-Käseklassiker von Emmentaler bis Gouda, und im Laufe des Jahres sollen viele weitere Erzeugnisse von der Kuh sowohl bei Rewe als auch bei Penny „Ohne GenTechnik“ erhältlich sein.
Lidl hat ja bereits seit Juli 2016 in allen Filialen GVO-freie Frischmilch von „Milbona“ nebst Mozzarella von „Livilio“ im Programm. Mehr Milchiges von Lidl-Eigenmarken wie Schlagsahne, Saure Sahne, Crème Fraîche und Käseaufschnitt gibt es bislang regional gentechnikfrei, die Ausdehnung auf das gesamte Bundesgebiet läuft. Die aktuelle Zahl aus der VLOG-Produktdatenbank kann sich wirklich sehen lassen: 1.243 Milchartikel sind mit dem „Ohne GenTechnik“-Siegel beklebt, im April vergangenen Jahres waren es noch 486. 

Das Ziel fast aller deutscher Lebensmitteleinzelhändler ist klar: Puzzleteil für Puzzleteil wollen sie all ihre tierischen Eigenmarkenprodukte mit der „Ohne GenTechnik“-Raute versehen. Diese gemeinsame Stoßrichtung ging auch schon aus dem BVLH-Positionspapier „zur strategischen Entwicklung der Eiweißfütterung von Nutztieren“ hervor, das Anfang Mai 2015 veröffentlicht wurde. Die flächendeckende Umstellung braucht zwar etwas Zeit, ist aber unaufhaltsam.

In punkto Tierfutter will der Edeka-Verbund seinen ökologischen Fußabdruck weiter verkleinern. Dazu führte er jetzt sogar ein neues Label ein: „Gutes Futter aus umweltschonendem Anbau“. Die Vorgaben: Gen-Pflanzen sind tabu, und das Futter muss überwiegend von heimischen, Erzeuger-eigenen Flächen stammen. Als Beispiele nennt Edeka Grünfutter, Mais- und Grassilage, Getreide, Raps- und Sojaschrot. Damit trägt die Initiative nicht nur zum Erhalt der Artenvielfalt bei, sondern auch zum Klimaschutz. Die Produktrange besteht zu Anfang aus 40 Joghurts, Joghurt- und Milchdrinks der Eigenmarken EDEKA und GUT&GÜNSTIG. In seiner Pressemitteilung vom 31.1.2017 teilte Edeka mit, auch in der Schweine-, Rinder- und Geflügel-Haltung immer mehr heimische und europäische Futtermittel einsetzen zu wollen, etwa Rapsschrot und Leguminosen. Und wenn Soja in den Trog komme, dann nur aus gentechnikfreier und nachhaltiger Erzeugung.

EDEKA Pressemitteilung: EDEKA führt bundesweit Milch und Milchprodukte mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ ein (31.01.2017)

VLOG: LEH positioniert sich zur Fütterung (06.05.2015)

EDEKA: Gutes Futter - aus umweltschonendem Anbau

REWE Group Pressemitteilung: Deutliche Ausweitung GVO-freier Produkte bei Eigenmarken (07.11.2016)

Lidl: Gen Over

VLOG: Starke Dynamik bei Milch „Ohne Gentechnik“ (16.11.2016)