Niedersachsen: Gentechnikfreie „Pro Weideland“-Milch ist gestartet

09.05.2017 - Verbraucher in Norddeutschland können seit April Milch von Kühen kaufen, die gentechnikfrei gefüttert werden und mindestens ein Drittel des Jahres auf der Weide grasen. Möglich gemacht hat das eine Allianz aus Politik, Handel, Land- und Milchwirtschaft sowie Umwelt- und Naturschutzverbänden, die gemeinsam das neue niedersächsische Siegel „Pro Weideland" unterstützen. Das Siegel mit einer auf saftiger Wiese grasenden Kuh in der Mitte ziert als erste Produkte die „Ammerländer Unsere Weidemilch" und die Lidl-Milch „Milbona“.

Er sei „außerordentlich froh", für die Etablierung des Weidemilch-Siegels „solch starke Partner an der Seite der Politik zu haben", sagte Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer. Er sieht in der neuen Weidemilch „ein riesiges Marktpotenzial" und verweist dabei auf eine Studie der Universität Gögtingen. Demnach seien für 56 Prozent der Verbraucher beim Kauf von Milch nicht nur die Haltungsbedingungen von Kühen relevant. Viele seien auch bereit, höhere Preise für Frischmilch aus Weidehaltung zu zahlen. Ein gemeinsames, langfristig-strategisches Ziel der Beteiligten sei es, „das Engagement der Bauern für die Produktion von Weidemilch mit mindestens fünf Cent zusätzlichen Leistungen zu honorieren“, betonte Meyer.

Ralf Hinrichs, Geschäftsführer der Molkerei Ammerland, sagte, das Unternehmen übernehme „Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Natur. Umso mehr freuen wir uns, als Partner des Projekts ‚Pro Weideland’ einen Teil zum Erfolg der Einführung des Labels beizutragen.“ Verantwortung wolle auch Lidl übernehmen, sagt Julian Beer, der den Bereich Einkauf International des Discounters leitet: „Auf dem Weg zu Deutschlands nachhaltigstem Discounter ist die Zertifizierung unserer Weidemilch mit dem Siegel ‚Pro Weideland’ daher ein logischer Schritt.“

Bauern, die ‚Pro-Weideland’-Milch liefern wollen, müssen per Weidetagebuch nachweisen, dass die Kühe pro Jahr mindestens 120 Tage und pro Tag mindestens sechs Stunden auf der Weide sind. Pro Milchkuh müssen überdies mindestens 2000 Quadratmeter Dauergrünland zur Verfügung stehen. Außerdem ist gentechnikfreies Futter zu verwenden. Letzteres garantiert das ‚Ohne GenTechnik’ Siegel des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), das zusammen mit dem ‚Pro Weideland’-Logo auf den Milchkartons prangt. „Kontrollierte Weidehaltung und eine zertifizierte Fütterung ’Ohne GenTechnik’ ergänzen sich hier ideal und garantieren den Verbrauchern ein besonders hochwertiges Produkt“, freut sich VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting.

Agrarminister Meyer: Gentechnikfreie „Pro Weideland“-Milch hat ein riesiges Marktpotenzial (05.05.2017)

Pro Weideland: Die Kriterien

VLOG: Gentechnikfreie Weidemilch in Niedersachsen (23.06.2016)