Deutsches Saatgut ist weitestgehend gentechnikfrei

30.11.2017 - Im Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis Ende September 2017 haben die amtlichen Untersuchungsstellen der Bundesländer insgesamt 886 Saatgut-Untersuchungen von zehn verschiedenen Kulturpflanzenarten durchgeführt. Lediglich in einer Probe Sojasaatgut fanden sich Spuren gentechnischer Verunreinigung, dieses Saatgut kam nicht auf den Markt. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit.

Probenahmen und Analysen erfolgen laut BVL in der Regel zeitlich so abgestimmt, dass im Fall eines GVO-Nachweises das betroffene Saatgut rechtzeitig eingezogen werden kann und nicht zur Aussaat gelangt. Beprobt würden inländisch erzeugte Saatgutpartien und auf dem Markt befindliches Saatgut, sowie importiertes Saatgut. Mindestens 10 Prozent der in Deutschland zur Anerkennung vorgestellten Saatgutpartien sollen dabei untersucht werden.

Der größte Teil der Saatgut-Proben entfiel mit Anteilen von 58 Prozent bzw. 31 Prozent auf Mais und Raps. Erstmals waren alle der 516 untersuchten Maisproben gentechnikfrei. Im Winter- und Sommerraps fanden sich – wie in den Jahren zuvor – keine GVO-Spuren. Untersucht wurden auch Soja, Luzerne und Zuckerrüben sowie einzelne Stichproben von Senf, Tomaten, Zucchini und Rote Rüben. „Die Ergebnisse der amtlichen Kontrollen zeigen, dass es möglich ist, Saatgut gentechnikfrei zu halten und die Nulltoleranz erfolgreich umzusetzen. Die Saatgutreinheit ist die Basis für eine verlässliche ‚Ohne Gentechnik‘-Produktion von Lebensmitteln“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Ergebnisse. Lediglich in einer Soja-Probe fanden die sächsischen Behörden GVO. Allerdings waren insgesamt nur 39 Proben untersucht worden, davon die meisten in Bayern. „Diese geringe Anzahl wird dem zunehmenden Anbau von Soja in Deutschland nicht gerecht. Hier wäre eine Ausweitung der Kontrollen wünschenswert“, sagte Hissting.

Er sieht den Erfolg der Saatgut-Kontrollen allerdings gefährdet, sollten neue gentechnische Verfahren wie CRISPR/Cas nicht als Gentechnik eingestuft werden. „Nur wenn alle Anwendungen der neuen Verfahren auf europäischer Ebene unter das Gentechnikrecht fallen, unterliegen sie einer gesetzlichen Nachweis-, Rückverfolgbarkeits- und Kennzeichnungspflicht.“ Deshalb habe sich der VLOG bereits vor einem Jahr für eine strikte Regulierung der neuen Gentechnik-Verfahren und eine damit einhergehende klare Kennzeichnung ausgesprochen. 

BVL: Gentechnik und Saatgut - Ergebnisse der Überwachung durch die Bundesländer im Analysejahr 2017 (28.11.2017)

LAG Gentechnik: Untersuchung von Saatgut auf gentechnisch veränderte Anteile im Jahr 2017 (Stand: 17.10.2017)

VLOG: Deutsche Rapssaat weiterhin gentechnikfrei (29.09.2016)

VLOG Positionspapier neue Gentechnik Verfahren (25.10.2016)