Gentechnikfreiheit ist wichtiges Auswahlkriterium beim Essen - weltweit

27.10.2017 - 43 Prozent der Deutschen achten bei der Auswahl von Lebensmitteln und Getränken darauf, dass diese keine gentechnisch veränderten Zutaten (GVO) enthalten. Das hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ermittelt. Die Gentechnikfreiheit war damit das wichtigste Auswahlkriterium, knapp gefolgt von niedrigem Zuckergehalt und regionaler Herkunft. Abgefragt wurde auch die Bedeutung von fettarmen oder glutenfreien Produkten sowie von Bio-Lebensmitteln.

Diese Ergebnisse sind Bestandteil einer größer angelegten Studie, für die GfK 23.000 Internetnutzer in 17 Ländern über ihre Essensauswahl befragte. Auch weltweit gesehen liegt die Gentechnikfreiheit bei der Essensauswahl an erster Stelle, mit 48 Prozent und gleichauf mit dem Zuckergehalt. Auf nationaler Ebene ergeben sich jedoch deutliche Unterschiede.

Am stärksten achten die Chinesen auf die Eigenschaften ihres Essens. Hier war es 60 Prozent der Befragten wichtig, dass Lebensmittel und Getränke gentechnikfrei sind. Fast ebenso häufig wurde auch die Bio-Qualität des Essens als wichtiger Aspekt genannt. Die Achtsamkeit für gentechnikfreie Lebensmittel nahm mit dem Einkommen deutlich zu und war in der Gruppe der 30 bis 39-jährigen besonders hoch. Auch in Japan und Südkorea ist die Gentchnikfreiheit der wichtigste Aspekt bei der Essenswahl, allerdings mit deutlich geringeren Zustimmungsqouten als in China.

In europäischen Ländern liegt die Gentechnikfreiheit zumeist auf dem zweiten Platz, knapp hinter dem Zuckergehalt. Die höchsten Zustimmungswerte bekam sie in Italien und Spanien; vergleichsweise niedrig waren sie mit 32 Prozent in Belgien, 31 Prozent in Großbritannien und 28 Prozent in den Niederlanden. Diese Länder gelten allgemein als gentechnikfreundlicher, verglichen mit Deutschland oder Italien. Auch in den amerikanischen Ländern spielt die Gentechnikfreiheit im besten Fall die zweite Geige. In den USA achten 42 Prozent der Befragten auf den Zuckergehalt, 37 Prozent auf gentechnisch veränderte Zutaten. Erstaunlicherweise ist hier die Achtsamkeit der Männer deutlich höher als die der Frauen. In fast allen anderen Befragungen ist es umgekehrt. In Lateinamerika ist es den Befragten besonders wichtig, dass ihre Lebensmittel und Getränke mit Vitaminen und Mineralstoffen aufgepeppt sind. Gentechnik findet sich in Brasilien erst an sechster Stelle. Dennoch geben dort 45 Prozent der Menschen an, beim Einkauf auf gentechnikfreie Lebensmittel zu achten.

GfK Infografik: Welche Aspekte sind für Deutsche bei der Auswahl von Lebensmitteln und Getränken wichtig? (24.10.2017)

Global GfK survey: Decision factors on what to eat or drink (Oktober 2017)

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