Futtermittelhersteller drängen auf EU-weite „Ohne Gentechnik“-Regelung

16.03.2018 - Der europäische Verband der Mischfuttermittelhersteller FEFAC hat die EU-Kommission gebeten, einheitliche Regeln für eine Auslobung von Futtermitteln und damit hergestellter tierischer Produkte als ‚Ohne Gentechnik’ zu erarbeiten. Der Verband begründete dies mit der wachsenden Bedeutung dieses Marktsegments. Der VLOG begrüßte den Vorstoß.

Die Nachfrage nach Lebensmitteln mit ‚Ohne Gentechnik’-Auslobung sei seit Inkrafttreten der Gentechnikrichtlinie 1829/2003 stetig gewachsen, heißt es in einem Schreiben der FEFAC an die zuständige Generalirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Um dieser Nachfrage nachzukommen, hätten etliche Unternehmen in die Entwicklung gentechnikfreier Lieferketten investiert. Da die EU-Richtlinie diesen Bereich nicht geregelt habe, seien mehrere nationale und private Standards entstanden, um die Bedingungen für eine Gentechnikfrei-Auslobung zu definieren. Die unterschiedlichen Bedingungen in diesen Regelwerken würden in zunehmendem Maße den Wettbewerb im einheitlichen EU-Markt verzerren. Gleichzeitig gefährde die Vielfalt an Standards die Fähigkeit der Futtermittelindustrie, Landwirten und Verbrauchern die gewünschten Produkte ihrer Wahl anzubieten.

Die FEFAC bittet die Generaldirektion deshalb, einen „offenen Dialog“ mit den Mitgliedsstaaten und den Unternehmen der Wertschöpfungskette zu beginnen und die Möglichkeiten auszuloten, zu einem EU-einheitlichen Rechtsrahmen zu kommen. Besonderes Augenmerk solle dabei auf den Wartezeiten bei den einzelnen Tierarten und den Nachweisverfahren liegen. Der Verband weist darauf hin, dass eine solche Regelungen auch von besonderer Bedeutung für den von Agrarkommissar Phil Hogan im Februar angekündigten EU-Eiweißplan sei.

VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting begrüßte den Vorstoß der Futtermittelhersteller: „Wir freuen uns, dass wir mit FEFAC einen bedeutenden Verband an unserer Seite haben, mit dem wir uns auf EU-Ebene für eine Harmonisierung der ‚Ohne Gentechnik’-Kriterien einsetzen können.“ Hissting erinnerte daran, dass der VLOG zusammen mit Partnerorganisationen in anderen europäischen Ländern seit langem an einer Harmonisierung der Kriterien arbeite. Als Beispiel nannte er die 2016 verabschiedete ‚Vienna Declaration’ und die bilateralen Vereinbarungen mit der österreichischen Arge Gentechnik-frei oder dem französischen Qualitätssicherungssystem OQUALIM. „In Kürze werden wir auch Übereinkommen mit anderen weitverbreiteten Standards abschließen können“, kündigte Hissting an. Diese Eigeninitiative der Branche sei notwendig, da die EU-Kommission bisher keinen Bedarf für eine vereinheitlichte Kennzeichnung sehe, obwohl diese notwendig sei: „Eine EU-einheitliche Harmonisierung der ‚Ohne Gentechnik’-Kriterien schafft mehr Transparenz für den Verbraucher und fördert den Ausbau der gentechnikfreien Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“, erklärte Hissting.

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VLOG: Branche setzt auf Harmonisierung der Kennzeichnung (29.04.2016)

Vienna Declaration