Allgemein

Ein Landwirt der an einer Gruppenzertifzierung teilnehmen soll, möchte keine Begehung durch den Auditor der Zertifizierungsstelle. Ist in diesem Fall eine Dokumentenkontrolle der Zertifizierungsstelle und eine Begehung durch einen landwirtschaftlichen Berater im Auftrag des Gruppenverantwortlichen für eine Kontrolle bzw. Aufnahme in die Gruppe ausreichend?

Nein, der VLOG sieht keine Möglichkeit bei Auditnotwendigkeit eine Ausnahme von einem Audit durch einen neutralen Auditor zuzulassen.

Gemäß VLOG-Standard müssen die "Vor-Ort-Eigenkontrollen" auf den landwirtschaftlichen Betrieben durch geschultes Personal der Organisationsstruktur / des Bündlers anhand der VLOG-CHecklisten stattfinden.
Wer schult dieses Personal?

Zur Qualifizierung des Bündlerpersonals gibt es noch keine weiteren Anforderungen. Quant Qualitätssicherung, die auch die Schulungen für die Auditoren durchführen, bieten ebenfalls Schulungen für die Industrie (z.B. interne Auditoren) an. Bitte nehmen Sie bei Interesse direkt Kontakt mit der Quant Qualitätssicherung auf (info(at)quant-qs(dot)de)

Erstzertifizierung

Muss immer ein Mitarbeiter des Gruppenorganisators zur Ersterhebung auf den Betrieb des Gruppenmitglieds fahren oder reicht es wenn der Gruppenorganisator an seine angeschlossenen z.B. 1000 Bauern eine E-Mail mit dem Erhebungsbogen versendet?

Die Durchführung von Vor-Ort-Kontrollen durch den Gruppenorganisator ist eine eindeutige Vorgabe des "Ohne Gentechnik" Produktions- und Prüfstandard.

Welche Kontrollen finden bei der Ersterhebung durch den Gruppenorganistor und welche durch die Zertifizierungsstelle statt?

Auditintervalle sind im VLOG-Standard beschrieben. Die Auditintervalle für Betriebe, die Teil einer Gruppenzertifizierung sind, variieren von Jahr zu Jahr bis zu drei Jahren, je nach Risikokategorie, in der sich der Betrieb befindet. Für die Erstbewertung von Betrieben, die Teil einer Gruppenzertifizierung sind, gelten besondere Regeln. Hierbei führt der Gruppenorganisator bei 100 % der Gruppenmitglieder ein Audits durch und zusätzlich finden bei 25% der Betriebe eine Verifizierung durch die Zertifizierungsstelle statt.

Wer ist für die 25 % Regelung zuständig wenn ein Gruppenorganisator (z.B. Molkerei) zwei Aufträge an zwei unterschiedliche Zertifizierungsstellen erteilt hat? Eine Zertifizierungsstelle (A) führt nur das Verarbeitungs-Audit durch, eine weitere Zertifizierungsstelle (B) übernimmt die Audits auf den landwirtschaftlichen Betrieben. Beide haben direkte Vertragsverhältnisse zum Gruppenorgainsator. Keine arbeitet als Sub-Unternehmer des anderen. Wer ist zuständig?

Die Zertifizierungsstelle (B) ist bei der Erstzertifizierung für die Auditierung von mind. 25 % der landwirtschaftlichen Betriebe zuständig, die vorher zu 100 % durch den Gruppenorganisator (z.B. Molkerei) im Rahmen der Ersterhebung begangen wurden.

Was ist die maximale Zeitspanne, die zwischen dem ersten Audit des Landwirts und der Ausstellung des Zertifikats für das Unternehmen im Falle der Gruppenzertifizierung festgelegt wird? Soll die Vor-Ort-Auditierung am Standort des Gruppenorganisators nach der Auditierung der untersuchten Landwirte durchgeführt werden?

Es gibt keine zeitliche Begrenzung im VLOG-Standard und auch keine Festlegung, wann das Unternehmen auditiert werden soll. Die Erstzertifizierung des Unternehmens ist nur möglich, wenn - im Falle einer Gruppenzertifizierung - mindestens 25 % der Betriebe und der Gruppenorganisator selbst auditiert wurden.

Wann erfolgt die Risikoeinstufung der Betriebe?

Die Risikoklassen werden bei der Erstbewertung durch den Gruppenorganisator oder derZertifierungsstelle  festgelegt. Die Risikoklasse bestimmt die Prüfungshäufigkeit. Wird einem Betrieb die Risikoklasse 1 zugeordnet, muss er alle zwei Jahre überprüft werden.

Gruppenorganisator

Sind Molkereien die als Gruppenorganisator auftreten, für Probenahme und Anlayse von Futtermitteln zuständig?

Es ist zwischen Probenahme und Analyse zu unterscheiden, wobei beides nach VLOG-Standard nur für als risikobehaftete Futtermittel nach VLOG-Standard, die nicht VLOG-zertifiziert oder nach einem anderen als gleichwertig anerkannten Standard zertifiziert sind, notwendig ist.
Der Gruppenorganisator muss im Rahmen des Eigenkontrollsystems und den darin enthaltenen Analysenplan nachweisen, dass die Landwirte beim Bezug von nicht VLOG-zertifizierten, risikobehafteten Futtermittel Rückstellproben ziehen und diese entsprechend aufbewahren. Pro Auditintervall muss mindestens ein Analyseergebnis pro landwirtschaftichen Lieferant vorliegen.
Es ist in Ordnung, wenn die Zertifizierungsstelle diese Probenahme und Analyse abdeckt, allerdings müssen (im Auftrag der Molkerei) bei Abweichungen / positiven Ergebnissen im Rahmen von Korrekturmaßnahmen ggfs. weitere Analysen durchgeführt werden.