Besteht im Bereich Tiertransport und Viehhandel eine Zertifizierungspflicht?

Der "Ohne Gentechnik" Produktions- und Prüfstandard definiert im ersten Kapitel eines Teils  welche Tätigkeiten sowohl zertifizierungspflichtig, als auch nicht zertifizierungspflichtig sind. Die Entscheidung einer Zertifizierungspflicht im Bereiche Viehhandel und Tiertransport sind im Kapitel D1 der Stufe Landwirtschaft aufgeführt.

Wann muss der Viehhandel für den Transport von VLOG-Tieren nicht VLOG-zertifiziert sein?  (aufgenommen am: 13.04.2018)

Der Viehhandel muss nicht VLOG-zertifiziert sein, für:
- Tiere, deren Mindestfütterungfrist noch nicht angefangen hat (z.B. Kälber, Jungvieh für die Milchproduktion)
- Tiere die nicht in die "ohne Gentechnik"-Vermarktung gehen

Ein landwirtschaftlicher Betrieb wurde bereits gemäß VLOG Standard kontrolliert und zertifiziert.
Wenn der Betrieb heute von einem Landwirt eine Kuh zukauft, welche nachweislich 3/4 ihres Lebens GVO-frei gefüttert wurde, kann er dann diese einen Tag später (oder auch am selben Tag)  in VLOG-Qualität an einen Schlachthof verkaufen?

Hier unterscheiden sich die Anforderungen des VLOG-Standards in V18.01 nach der jeweiligen Stufe.
1. Tierische Produktion (Kapitel D 4.4.3):
Hier wird von Tierarten zur Lebensmittelproduktion gesprochen und für diesen Fall ist die Möglichkeit lt. Standard gegeben, dass die VLOG-konforme Fütterung beim (nicht-VLOG-zertifizierten) Vorbesitzer angerechnet werden kann, wenn eine Bestätigung des Vorbesitzers oder Ähnliches vorliegt.
2. Viehhandel (Kapitel D 5.1):
Für den liefernden Vorbesitzer ist eine VLOG-Zertifizierung oder die Einbindung in eine VLOG-Gruppenzertifizierung für den Geltungsbereich Tiere (z.B. Rinder) nachzuweisen.
3. Lebensmittel (Kaitel F 3.5.1):
Bei der Annahme von Tieren ist eine VLOG- oder Bio-Zertifizierung nachzuweisen.
Erfolgt beim Landwirt der Tierzukauf zum Zwecke der eigentlichen Betriebsproduktion (z.B. Zukauf von Zuchttieren, Milchkühen auf einem Milchviehbetrieb), kann eine Anrechnung der VLOG-konformen Fütterung beim Vorbesitzer erfolgen.
Erfolgt der Tierzukauf mit der Absicht des Handelns (davon ist bei der hier genannten kurzen Verweildauer auszugehen), muss das Tier von einem für den Bereich Tier (hier: Rind) VLOG-zertifizierten landwirtschaftlichen Betrieb stammen. Die Anrechnung der VLOG-konformen Fütterung beim nicht-VLOG-zertifizierten Lieferanten ist für diesen Fall nicht möglich.

Was muss der Landwirt bei dem Zukauf eines Tieres, das für die "Ohne Gentechnik"-Produktion verwendet werden soll, beachten?

Bei jedem Tierkauf muss der Landwirt sicherstellen, dass die Mindestfütterungsfrist eingehalten wurde, bevor ein tierisches Produkt als "Ohne Gentechnik" verkauft wird. Die GVO-freie Fütterung auf dem vorherigen Betrieb kann nur gutgeschrieben werden, wenn eine Bestätigung des Vorbesitzers vorliegt.