Newsletter August 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

mit unserem Newsletter bringen wir Ihnen auch heute wieder eine Zusammenfassung der Entwicklungen der letzten Wochen im Bereich Agro-Gentechnik.

Die politische Sommerpause hielt eine Überraschung bereit: Die der Gentechnik eher zugewandte EU-Kommission forderte von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eine Überarbeitung mehrerer Dossiers zu gentechnisch veränderten Pflanzen, die sich im Zulassungsverfahren befinden. Der bislang einmalige Vorgang macht es äußerst unwahrscheinlich, dass in diesem Jahr noch neue Anbaugenehmigungen erteilt werden, da die EFSA nun entsprechende Zeit benötigt.

Fortschritte gibt es auch in der Debatte um die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen zu verzeichnen. So kündigte einer der größten deutschen Einzelhandelskonzerne, die Rewe Group, an, bei Molkereiprodukten seiner Eigenmarken auf eine gentechnikfreie Fütterung der Tiere umzustellen. Dieser Schritt ist auch deshalb so bedeutend, weil er weitere Unternehmen zur Nachahmung ermuntern könnte. Rewe ist bereits seit Juni Mitglied des VLOG und  steht einer zukünftigen „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung positiv gegenüber.

In Kalifornien setzt sich unterdessen der Streit um verbindliche Gentechnik-Hinweise auf Lebensmittelverpackungen fort. Die Wählerinnen und Wähler des Bundesstaats geben ihre Stimme im November nicht nur für einen der Präsidentschaftskandidaten ab, sondern auch für oder gegen eine Gesetzesregelung von entsprechenden Kennzeichnungen. Bislang müssen in den USA gentechnisch veränderte Organismen in Produkten nicht ausgewiesen werden. Sie sind aber in vielen verarbeiteten Lebensmitteln enthalten. Umfragen zufolge stehen die Chancen der kalifornischen Kennzeichnungsbefürworter recht gut – und das, obwohl die Agrochemie- und Ernährungsindustrie viele Millionen Dollar in eine Gegenkampagne pumpt.

In diesen Fragen ist man in der Türkei schon ein wenig weiter. Dort bereitet das Landwirtschaftsministerium laut Medienberichten eine verbindliche Kennzeichnung von tierischen Erzeugnissen vor, wenn bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Organismen verfüttert werden. Es wäre die erste Regelung dieser Art weltweit. Sie könnte Signalwirkung auf andere Länder, auch in der EU, entfalten.

Wie wichtig die Themen Kennzeichnung und gentechnikfreie Lebensmittelherstellung bleiben, zeigt unter anderem ein neuer Fall von Verunreinigung mit Gentechnik-Organismen beim schwedischen Agrarunternehmen Lantmännen. Dort wurden Ende Juli Spuren von gentechnisch verändertem Raps in der Futtermittelproduktion gefunden.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Ihr VLOG-Team

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Jetzt ist auch der VLOG auf facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort publizieren wir mehrmals in der Woche eigene Neuigkeiten oder Verlinken auf interessante Berichte Anderer. Ebenso finden sich dort Termine rund um das Thema Gentechnik und Fotos von "Ohne Gentechnik" Lebensmitteln. Gerne veröffentlichen wir auch Fotos Ihrer "Ohne Gentechnik" Produkte dort. Bitte schicken Sie diese hierzu mit Angabe der Bildrechte an info(at)ohnegentechnik(dot)org.

   

Nachrichten

Türkei plant Gentechnik-Kennzeichnung für Milch, Eier und Fleisc

Berlin, 20.08.12 - Die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher in der Türkei lehnt Gentechnik in Lebensmitteln ab. Aus diesem Grund verzichtet die Ernährungsindustrie nun auf den geplanten Import von gentechnisch veränderten Produkten. Deren Dachverband TGDF zog einen entsprechenden Antrag beim Landwirtschaftsministerium zurück.

   

USA: Verbraucher mobilisieren für Gentechnikkennzeichnung

Berlin, 14.08.2012 - Im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien setzt sich eine zivilgesellschaftliche Kampagne für eine Kennzeichnung von Gentechnik-Bestandteilen in Lebensmitteln ein. Bislang haben Verbraucherinnen und Verbraucher dort keine Möglichkeit, Produkte mit gentechnisch veränderten Zutaten von solchen ohne Gentechnik zu unterscheiden. Über eine Million Menschen haben die Forderung nach einer solchen Regelung nun schon unterschrieben. Anfang November dieses Jahres wird abgestimmt.

   

Fütterung ohne Gentechnik bei Rewe

Berlin, 09.08.2012 - Das Handelshaus Rewe Group wird bei den Milchprodukten seiner Eigenmarken nach und nach auf eine Fütterung ohne Gentechnik umstellen. Das Unternehmen war bereits im Juni Mitglied des Verbands Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) geworden und bietet nun Frischmilch und Sahne aus gentechnikfreier Erzeugung an.

   

Gentechnische Veränderungen in Schweden

Berlin, 02.08.2012 - Bei der schwedischen Unternehmensgruppe Lantmännen hat es erneut einen Fall gentechnischer Verunreinigung gegeben. Am Standort Västerås musste die Produktion von Futtermitteln gestoppt werden, nachdem bei einer Routinekontrolle des dort verarbeiteten Rapsschrots Spuren von Gentechnik festgestellt worden waren. Nach Angaben des Unternehmens wurden die betroffenen Anlagen gereinigt. Die bereits ausgelieferten Futtermittel seien zurückgerufen worden.

   

Neue Anbaugenehmigungen 2012 unwahrscheinlich

Berlin, 18.07.2012 - Entgegen den bisherigen Erwartungen werden in diesem Jahr vermutlich keine weiteren Gentech-Pflanzen zum Anbau in der EU zugelassen. Zu dieser Einschätzung kommt das Institut Testbiotech nach Auswertung eines Schriftwechsels zwischen EU-Kommission und der Lebensmittelaufsichtsbehörde EFSA.

   

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Termine

7. Europäische Konferenz Gentechnikfreier Regionen; 4-5.9.2012 in Brüssel

Internationales Soja-Symposium; 5.-6.9.2012 in Wien

IX. Jahrestagung des Europäischen Netzwerkes gentechnikfreier Regionen; 5.-6.9.2012 in Erfurt

LACON Seminar: "Ohne Gentechnik" - Die Umsetzung in der Praxis; 13.11.2012 in Offenburg

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