Newsletter Juli 2012

Liebe Leserinnen und Leser,

wir freuen uns, Ihnen heute den ersten VLOG-Newsletter in neuem Gewand senden zu können. Damit können Sie sich noch mal in aller Kürze in Erinnerung rufen, was in den letzten Wochen beim Thema Gentechnik und "Ohne Gentechnik" geschehen ist. In Zukunft erhalten Sie den Newsletter dann alle sechs Wochen mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Entwicklungen. Die einzelnen Meldungen erscheinen bereits zuvor auf unserer Homepage unter "Aktuelles".

Aus der Politik kamen in den Monaten Juni und Juli widersprüchliche Signale zu Fragen der Agrogentechnik. Während der für Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli beispielsweise ankündigte, die Nulltoleranz von nicht zugelassenen Gentechnikorganismen in Lebensmitteln aufheben zu wollen, sprach sich Bundesagrarministerin Ilse Aigner, unterstützt von ihren Kollegen aus Frankreich und Österreich, gegen eine solche Lockerung aus. Die Kraftprobe zwischen Kommissar und Mitgliedsstaaten endete vorerst unentschieden und wird nach der Sommerpause in die nächste Runde gehen. Dalli kündigte einen neuen Vorstoß im Herbst an.

Unterdessen erteilte der EU-Kommissar einer neuartigen Gentech-Soja die Zulassung zum Import und zur Verarbeitung. Die vom US-Unternehmen Monsanto entwickelte Pflanze soll sowohl ein eigenes Gift gegen Insekten produzieren als auch den Einsatz von Herbiziden verkraften. Wie ein Großteil des nach Europa importierten Sojas, wird auch diese Gentechpflanze in Südamerika angebaut werden. Zur Verringerung der gegenwärtig hohen Mengen des aus Übersee eingeführten Sojas wäre ein verstärkter Anbau von einheimischen Eiweißpflanzen vonnöten. Hierzu arbeitet das Bundesagrarministerium zurzeit an einer Strategie. Auch in der EU werden im Rahmen der Debatte über die Ausgestaltung der künftigen Gemeinsamen Agrarpolitik entsprechende Möglichkeiten ausgelotet.

Auch in den großen Handelshäusern spielen diese Überlegungen eine Rolle. So gab Edeka bekannt, zur Herstellung tierischer Produkte für seine Eigenmarken künftig Futtermittel mit nachhaltigerem Soja einsetzen zu wollen. Allerdings äußern Naturschutzorganisationen Kritik an der Fokussierung auf Standards des "Roundtable on Responsible Soy" (RTRS), einer Plattform, zu der unter anderem auch die Agrochemiekonzerne Monsanto und Syngenta gehören. Die Konkurrenz entschied sich hingegen für eine andere Richtung: Die Handelsgruppe Rewe ist seit Juni Mitglied des VLOG.

Erfreuliches gab es zwischenzeitlich auch vom Deutschen Bauernverband zu vermelden. Dessen mittlerweile aus dem Amt geschiedener Präsident Gerd Sonnleiter riet kurz vor seinem Abschied den deutschen Landwirten vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab. Es ist allerdings fraglich ob Nachfolger Joachim Rukwied diese Linie fortführt.

Viel Spaß beim Lesen und bis zum nächsten Newsletter

Ihr VLOG-Team

Verband

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Jetzt ist auch der VLOG auf facebook mit einer eigenen Seite vertreten. Dort publizieren wir mehrmals in der Woche eigene Neuigkeiten oder Verlinken auf interessante Berichte Anderer. Ebenso finden sich dort Termine rund um das Thema Gentechnik und Fotos von "Ohne Gentechnik" Lebensmitteln. Gerne veröffentlichen wir auch Fotos Ihrer "Ohne Gentechnik" Produkte dort. Bitte schicken Sie diese hierzu mit Angabe der Bildrechte an info(at)ohnegentechnik(dot)org.

   

Nachrichten

Vor Herbst keine Aufweichung der Gentechnik-Nulltoleranz

Berlin, 12.07.2012 - Vor der politischen Sommerpause wird es keine weiteren Initiativen zur Aufhebung der Nulltoleranz von nicht zugelassener Gentechnik in Lebensmitteln geben. Dies gab ein Sprecher des zuständigen EU-Kommissars John Dalli bekannt. Grund sei der Widerstand einiger EU-Staaten, darunter Deutschland.

   

EU: Neue Gentechnik-Soja darf importiert und verarbeitet werden

Berlin, 12.07.2012 - Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige EU-Kommissar John Dalli hat erstmals einer gentechnisch veränderten Sojapflanze mit kombinierten Eigenschaften die Zulassung für Import und Verarbeitung in Futter- und Lebensmitteln erteilt. Die Sorte "Intacta" des US-amerikanischen Agrochemiekonzerns Monsanto ist laut Hersteller gegen das Herbizid Glyphosat resistent und bildet gleichzeitig ein eigenes Gift zur Abwehr von Schädlingen. Der Anbau der Gentech-Soja wird in Brasilien stattfinden.

   

Edeka will Umstellung bei Futtermitteln für tierische Erzeugnisse

Berlin, 06.07.2012 - Das Groß- und Einzelhandelsunternehmen Edeka will bei tierischen Erzeugnissen seiner Eigenmarken auf einheimische Futtermittel bzw. "zertifiziert verantwortungsvolleres und gentechnikfreies Soja" umstellen. Dies gab die größte Lebensmittelhandelsgruppe Deutschlands kürzlich bekannt. Edeka reagiert damit auf die konstant ablehnende Haltung der Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Gentechnik in Lebensmitteln. Nähere Informationen zur Zeitplanung und zum anvisierten Handelsvolumen sind noch nicht bekannt.

   

Bauernverband rät von Gentechnik ab

Berlin, 20.06.2012 – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, rät den Landwirten seines Verbandes vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab. Gegenüber der Tageszeitung Passauer Neue Presse stellte er klar: „Für die deutschen Bauern ist Gentechnik keine Option.“

   

Aigner für Nulltoleranz von Gentechnik in Lebensmitteln

Berlin, 11.06.2012 - Die Bundesagrar- und Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) will die von EU-Kommissar John Dalli beabsichtigte Aufhebung des Nulltoleranzprinzips für nicht zugelassene Gentechnik in Lebensmitteln verhindern. Wie der Sprecher des zuständigen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), Holger Eichele, mitteilte, würde die Aufhebung der Nulltoleranz "dem Ziel einer umfassenden Verbrauchertransparenz widersprechen" und die Wahlfreiheit der Konsumenten einschränken. Der Ministeriumssprecher verwies dabei auch auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs von September 2011, indem dieser im Zusammenhang mit Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen in Honig das Prinzip der Nulltoleranz bestätigte.

   

Greenpeace nimmt Eiscreme unter die Lupe

Berlin, 05.06.2012 - Speiseeis enthält oft Milch, die durch den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel produziert wurde. Zu diesem Ergebnis kommt eine von marktcheck.at in Österreich durchgeführte Untersuchung von 18 Schokoladeneissorten verschiedener, namhafter Hersteller. In der Stichprobe gab es bei über 60 Prozent der analysierten Produkte entsprechende Hinweise.

   

Sonstiges

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Termine

7. Europäische Konferenz Gentechnikfreier Regionen; 4-5.9.2012 in Brüssel

Internationales Soja-Symposium; 5.-6.9.2012 in Wien

IX. Jahrestagung des Europäischen Netzwerkes gentechnikfreier Regionen; 5.-6.9.2012 in Erfurt

LACON Seminar: "Ohne Gentechnik" - Die Umsetzung in der Praxis; 13.11.2012 in Offenburg

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