Newsletter Januar 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

das neue Jahr hat begonnen und wird wohl viele interessante Entwicklungen bei der politischen Handhabung der Agro-Gentechnik bringen. Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) wird diese begleiten und sich für den zunehmenden Erfolg gentechnikfreier Lebensmittel stark machen. In diesem ersten Newsletter 2013 wollen wir Ihnen aber noch mal einen Rückblick auf einige der jüngsten Ereignisse ermöglichen.

Mit Tonio Borg aus Malta ist seit November ein neuer Gesundheits- und Verbraucherschutzkommissar für die Gentechnik-Politik der EU zuständig. Wegen seiner sehr konservativen Ansichten in moralischen Fragen wurde im Vorfeld seiner Wahl kontrovers diskutiert. Seine Haltung zur Agro-Gentechnik wird sich wohl im Laufe des Jahres herauskristallisieren. Borg hat jedenfalls angekündigt, sich wie sein Vorgänger John Dalli von der umstrittenen Lebensmittelbehörde EFSA beraten zu lassen, jedoch auch eigene Positionen erarbeiten zu wollen. Die Ansichten der EFSA zu einem heiklen Punkt von letztem Herbst haben sich unterdessen nicht geändert: Eine kritische Studie zum Monsanto-Mais NK 603 und dessen möglicherweise gesundheitsgefährdenden Wirkungen kanzelte die Behörde völlig ab. Einen Anlass für eine erneute Bewertung des Gentechnik-Maises gebe es nicht.

Grund zum Feiern gab es gegen Ende des letzten Jahres in Österreich. Dort beging die ARGE Gentechnik-frei ihr 15-jähriges Jubiläum – unter Beisein von Gesundheitsminister Alois Stöger. Die Initiative vergibt ein äußerst erfolgreiches Label für gentechnikfreie Lebensmittel. Es ziert fast 2.000 Produkte, bei Eiern, Milch und Geflügel ist die Kennzeichnung Standard. Auch einige der größten Handelshäuser des Landes sind Teil der ARGE Gentechnik-frei.

Immer weitere Verbreitung finden „Ohne Gentechnik“-Regelungen neben Österreich auch in Deutschland, Frankreich und Italien. Eine im Dezember veröffentlichte Studie kam dabei zu dem Schluss, dass ein gemeinsames EU-Siegel dringend erforderlich ist. Aus Sicht des VLOG würde sich die nötige Anstrengung auszahlen, weil der grenzüberschreitende Handel von "Ohne Gentechnik" Rohwaren erleichtert würde. Die Gemeinsamkeiten der jetzigen Kennzeichnungen bieten eine gute Grundlage, auch wenn bei den Details eine Balance hergestellt werden müsste.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und ein erfolgreiches, gesundes Jahr 2013

Ihr VLOG-Team

Verband

VLOG auf der Internationalen Grünen Woche

Vom 18. bis zum 27.1.2013 findet die Internationale Grüne Woche (IGW) zum 78. Mal in Berlin statt. Die IGW ist die bedeutendste Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau. Der VLOG betreibt auf der IGW einen Messestand in der Halle 23a des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Wir freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand.

Hersteller von "Ohne Gentechnik" Lebensmitteln können Ihre Produkte kostenlos am VLOG Stand ausstellen. Sollten Sie hieran Interesse haben und sich noch nicht angemeldet haben, schreiben Sie Frau Imken eine Mail unter vlog(at)ohnegentechnik(dot)org

   

Nachrichten

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Kennzeichnung

Berlin, 15.12.2012 - Die Kennzeichnung von gentechnikfreien Lebensmitteln nimmt immer mehr an Fahrt auf - und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Frankreich, Italien (Südtirol) und Luxemburg. Bislang stellen jedoch alle diese Länder unterschiedliche Anforderungen an die Produkte. Dabei wäre ein EU-weiter, einheitlicher Standard, ähnlich wie beim sehr erfolgreichen Bio-Siegel, durchaus sinnvoll.

   

Österreich feiert: 15 Jahre Lebenmittel ohne Gentechnik

Berlin, 06.12.2012 – In Wien wurde gestern eine besondere Geschichte gefeiert: 15 Jahre gentechnikfreie Lebensmittel in Österreich. Gesundheitsminister Alois Stöger würdigte die Verdienste der „ARGE Gentechnik-frei“. Diese hilft Verbrauchern seit eineinhalb Jahrzehnten beim Einkauf, indem sie das Kontrollzeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“ vergibt.

   

EFSA will NK603-Mais nicht nochmal prüfen

Berlin, 29.11.2012 – Die Europäische Lebensmittelbehörde bleibt bei ihrem Urteil über eine Studie zu den Gefahren des Monsanto-Mais NK603: die Untersuchung der Universität Caen weise schwerwiegende methodische Mängel auf. Für eine erneute Überprüfung des gentechnisch veränderten NK603 fehle daher der Anlass, schreibt die EFSA in ihrem finalen Bericht. Im September hatten der französische Wissenschaftler Gilles-Eric Séralini und seine Kollegen für Aufsehen gesorgt: in einer zweijährigen Fütterungsstudie mit Ratten fanden sie Hinweise auf erhöhtes Krebsrisiko durch den Verzehr des Mais. Der Verriss durch die EFSA dürfte die Sorgen von Gentechnik-Kritikern indes kaum schmälern. Diese argumentieren, die Behörde messe mit zweierlei Maß – und verlasse sich einzig auf die dürftigen Studien der Gentechnik-Industrie.

   

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Termine

Internationale Grüne Woche, 18.01-27.01.2012, Berlin. Der VLOG wird in Halle 23a mit einem Stand vertreten sein.

Demonstration für eine ökologisch-soziale Agrarwende: "Wir haben es satt!", 19.01.2013 in Berlin

Diskussion zum Thema "Objektive Sicherheitsforschung im Agrarbereich: Fallbeispiel Glyphosat und Séralini-Studie" am 06.02.2013 in Stuttgart

Saatgut-Festival mit alten und robusten Obst- und Gemüsesamen am 23.02. in Iphofen

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