Newsletter März 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

ausgerechnet von zwei der weltweiten Vorreiter beim Gentechnik-Anbau – den USA und Brasilien – kommen mit diesem VLOG-Newsletter gute Nachrichten. Beide sind sonst eher für riesige Monokulturen mit gentechnisch veränderten Soja- oder Maispflanzen bekannt.

Ein bedeutender Teil des Sojaschrots und -öls, das jedes Jahr in die EU importiert wird, stammt aus Brasilien. Für Futtermittelproduzenten, Landwirte und Molkereien ist es deshalb wichtig zu wissen, dass es nach wie vor genug gentechnikfreie Soja gibt. Die Erzeuger tierischer Produkte mit dem „ohne Gentechnik“-Siegel müssen sich darum also keine Sorgen machen. Das Zertifizierungsunternehmen CERT ID kann 2013 sogar deutlich mehr gentechnik-freie Soja registrieren als im Vorjahr. Und auch 2012, als die Trockenheit den Sojabauern zusetzte, hätten größere Mengen geliefert werden können – allerdings braucht es dazu zuverlässige Nachfrage aus Europa. Wie Sie Bezugsquellen für gentechnik-freie Futtermittel finden können, erfahren Sie übrigens am 15. Mai bei München, wo die Internet-Datenbank "FeedFinder Non GMO" vorgestellt wird.

In den USA geht derweil die Debatte um eine Einführung von Gentechnik-Kennzeichnungen auf Lebensmittelverpackungen weiter. In zahlreichen Bundesstaaten gibt es entsprechende Initiativen aus Politik oder Zivilgesellschaft. Vier Fünftel der US-Amerikaner sprachen sich jüngst für eine Kennzeichnung aus. Nun hat auch ein großer Einzelhändler die Relevanz des Themas erkannt: die Supermarkt-Kette Whole Foods Market will in den nächsten Jahren Hinweise auf allen Produkten anbringen, die Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthalten. Es ist durchaus nicht unrealistisch, dass andere Unternehmen nun auf den Zug aufspringen.

Wie es in der EU weiter geht, ist noch nicht klar. Der für Gentechnik zuständige Gesundheits- und Verbraucherkommissar Tonio Borg will Deutschland und Frankreich bewegen, einem lange blockierten Kommissionsvorschlag zum Durchbruch zu verhelfen. Dieser würde den Mitgliedsstaaten mehr Möglichkeiten einräumen, nationale Anbauverbote gegen Gentechnik-Pflanzen zu verhängen. Gleichzeitig stiege aber die Wahrscheinlichkeit weiterer Zulassungen. Wie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und ihr französischen Amtskollege auf die Avancen Borgs reagieren, bleibt abzuwarten. Mit dem derzeitig schweren Stand der Agro-Gentechnik in der EU ist die Kommission jedenfalls nicht zufrieden: letztes Jahr wuchsen laut einem Bericht einer Umweltorganisation nur auf 0,12 Prozent der Ackerfläche gentechnisch veränderte Pflanzen – ganz überwiegend in Spanien. In Deutschland fand dagegen kein kommerzieller Anbau statt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

Ihr VLOG-Team

Terminänderung

   

Nachrichten

WholeFoods kündigt Gentechnik-Hinweis auf Verpackungen an

Berlin, 22.03.2013 - Bis 2018 sollen alle Produkte in den Regalen des US-amerikanischen Einzelhändlers Whole Foods gekennzeichnet werden, wenn sie Spuren gentechnisch veränderter Organismen enthalten. Das teilte das Unternehmen Anfang März auf der Natural Products Expo West in Anaheim (Kalifornien) mit. Damit wird die Supermarktkette zum Vorreiter auf dem US-Markt, wo es derzeit keine Kennzeichnungspflicht von Gentechnik-Lebensmitteln gibt.

   
   

Borg will Gentechnik-Blockade lösen

Berlin, 21.02.13 – Der EU-Gesundheits- und Verbraucherkommissar Tonio Borg hat angekündigt, in den nächsten Wochen wieder über die Agro-Gentechnik verhandeln zu wollen. Mit den zuständigen Ministern aus Deutschland und Frankreich möchte er über einen Kommissionsvorschlag diskutieren, der den Mitgliedsstaaten mehr Befugnisse bei nationalen Anbauverboten einräumen würde. Die beiden Länder haben den Entwurf in der Vergangenheit zusammen mit Großbritannien blockiert. Umweltorganisationen sind skeptisch: Sie glauben, dass die Kommission sich davon erhofft, weitere Gentechnik-Pflanzen zulassen zu können, während die Verbote rechtlich problematisch sein könnten. Zurzeit spielt der Anbau solcher Pflanzen in der EU kaum eine Rolle.

   

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Informationsveranstaltung zum "FeedFinder Non GMO", einem neu entstehenden Online Portal für GVO-freie Futtermittel am 15.05. im Großraum München

ProTerra Foundation Conference am 14.5. in Rotterdam

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