Newsletter Mai 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

innerhalb der Branche war es wohl eine der bestimmenden Fragen der letzten Wochen: Gibt es genügend gentechnikfreie Futtermittel, um den europäischen Bedarf zu decken? Widersprüchliche Meldungen und Ankündigungen verschiedener Akteure konnten leicht für Verwirrung sorgen. Dabei ist die Versorgung derzeit durchaus gesichert – und soll es auch künftig bleiben, wenn es nach dem Willen großer Handelshäuser geht.

In einer „Brüsseler Soja-Erklärung“ haben diese sich heute für die Stärkung der Sojaproduktion ohne Gentechnik in Brasilien ausgesprochen. Und sie sagen allen Beteiligten in dem südamerikanischen Land – vom Landwirt über den Verarbeiter bis zum Exporteur – ihre Unterstützung zu. Damit wollen sie ein Signal aussenden: Europa wird weiterhin Eure Erzeugnisse nachfragen! Die Unterzeichner sind nicht irgendwer. Rewe, Kaufland, Edeka, Lidl und Netto gehören unter anderem dazu.

Vorausgegangen war dem Appell des Einzelhandels ein Umschwenken der britischen Konkurrenz. Dort nimmt Marktführer Tesco nach elf Jahren wieder Geflügelfleisch und Eier ins Sortiment, die mittels Gentechnik-Futter hergestellt werden. Andere Supermärkte zogen nach. Der Schritt wurde mit angeblichen Versorgungsengpässen begründet. Das Dementi aus Brasilien kam sofort: ABRANGE, der Verband der GVO-freien Erzeuger und Verarbeiter des Landes, zeigte sich irritiert. Es gebe genügend nicht-transgene Soja, Millionen Tonnen stünden den europäischen Abnehmern zur Verfügung. Ähnlich hatte sich im März das Zertifizierungsunternehmen CERT ID geäußert. Es konnte für dieses Jahr eine deutlich größere Menge an gentechnikfreiem Soja in Aussicht stellen.

Dass die Versorgung mit konventionellem Soja abreißt, ist vorerst also nicht zu befürchten. Die Produktion könnte künftig sogar noch angekurbelt werden. Bei einem Treffen von brasilianischen Erzeugern und Unternehmern aus China, zeigten sich Letztere interessiert an den gentechnikfreien Bohnen. Das Reich der Mitte verzeichnet weltweit den größten Verbrauch an Soja. Die wachsende Mittelschicht achtet allerdings zunehmend auf Umwelt- und Gesundheitsbelange. Dort entsteht möglicherweise also eine ähnliches Marktsegmet, wie es in der EU und den USA bereits existiert. In Washington soll übrigens die Kennzeichnungslücke bei Gentechnik in Lebensmitteln geschlossen werden. Der Kongress wird demnächst über verbindliche Labels abstimmen.

Wo auch Sie weiterhin an gentechnikfreie Futtermittel kommen können, erfahren Sie künftig auf einem neuen Internetportal namens „FeedFinder Non GMO“. Selbiges wird am 15. Mai in Weyarn vorgestellt. Weitere aktuelle Nachrichten zum Thema Gentechnik erhalten Sie mit diesem Newsletter.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

Ihr VLOG-Team

„FeedFinder Non GMO“ – Online Portal für GVO-freie Futtermittel

Im Rahmen der ersten "FeedFinder Non GMO" Veranstaltung am 15. Mai 2013 im bayerischen Weyarn wird das Konzept und die Funktionsweise vorgestellt. Der FeedFinder Non GMO wird als Logistik- und Kommunikationsplattform einen positiven Beitrag leisten, die Entwicklung des Marktes für Futter- und Lebensmittel "Ohne Gentechnik" zu forcieren. Im Fokus steht eine der zentralen "Stellschrauben" in der Wertschöpfungskette für tierische Lebensmittel: das Futtermittel. Weitere Informationen zu dem Termin finden Sie hier.

   

"Ohne Gentechnik"-Standard bereitgestellt

Am 29.3.2013 wurde der VLOG "Ohne Gentechnik"-Standard zur Nutzung freigegeben. Er liefert Produktionsbetrieben eine Unterstützung in der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben der "Ohne Gentechnik" Kennzeichnung und legt einheitliche Kontrollen für Zertifizierungsunternehmen fest. Der VLOG Standard steht jedem Nutzer kostenlos zur Verfügung und kann auf der Homepage des VLOG unter www.ohnegentechnik.org/standard nach einer Registrierung abgerufen werden.

   

Übersetzung des "Ohne Gentechnik"-Standards

Die "Ohne Gentechnik"-Produktion stößt auch im Ausland auf immer mehr Interesse. Manche Unternehmen wollen den wachsenden "Ohne Gentechnik"-Markt in Deutschland bedienen andere erwägen aus Mangel einer eigenen nationalen Regelung in ihrem Heimatmarkt "Ohne Gentechnik"-Lebensmittel zu vertreiben. Derzeit wird der "Ohne Gentechnik"-Standard ins Englische übersetzt, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. Voraussichtlich wird die Übersetzung noch im Mai auf der Homepage des VLOG zur Verfügung stehen.

Seit wenigen Wochen besteht ein englisches Informationsangebot auf der VLOG-Homepage. Unter www.ohnegentechnik.org/en finden sich die wichtigsten Inhalte zur "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung auch in englischer Sprache.

   

Nachrichten

Supermärkte setzen Zeichen für Gentechnikfreiheit

08.05.13 - Wichtige deutsche und europäische Einzelhändler wollen weiterhin Produkte ohne Gentechnik verkaufen. Im Fall von tierischen Erzeugnissen sind dafür gentechnikfreie Futtermittel nötig. In einer gemeinsamen Erklärung zeigten sich die Unternehmen besorgt, dass der Nachschub aus Brasilien, dem bedeutendsten Lieferanten von nicht-modifizierter Soja, stocken könnte. Sie appellieren daher an die brasilianischen Landwirte und Exporteure, die gentechnikfreie Produktion zu stärken – und bieten ihre Unterstützung an.

   

US-Kongress stimmt über Gentechnik-Kennzeichnung ab

25.04.13 – Der US-Kongress wird über eine verbindliche Kennzeichnung von Lebensmitteln abstimmen, die Gentechnik-Zutaten enthalten. Gestern brachten mehrere Senatoren und Abgeordneten einen Gesetzentwurf ein. Verbraucherorganisationen fordern seit Jahren die Einführung von GV-Labels. In den USA werden gentechnisch veränderte Pflanzen in großem Stil angebaut und auch in Lebensmitteln verarbeitet – Verpackungshinweise gab es bislang nicht. Tierische Produkte werden im Entwurf allerdings nicht erwähnt.

   

China zeigt Interesse an GV-freier Soja

23.04.13 - In China steigt offenbar das Interesse an gentechnikfreier Soja. Bei einem Treffen hätten chinesische Importunternehmer die Einrichtung eines Marktes für konventionelle Sojabohnen befürwortet, berichtet der Präsident von APROSOJA, des Verbandes der brasilianischen Sojaproduzenten, Glauber Silveira. Man habe über die Möglichkeiten einer kurzfristigen Einfuhr von über 10 Millionen Tonnen nicht-genmodifizierter Soja gesprochen – eine Menge, die den gesamten Markt beeinflussen könne.

   

Britische Supermärkte setzen teilweise wieder auf Gentechnik-Futter

17.04.2013 - Der britische Lebensmitteleinzelhandel setzt bei der Geflügelfleisch- und Eierproduktion wieder auf Gentechnik-Tierfutter. Nachdem der Marktführer Tesco ein 11 Jahre altes Gentech-Verbot aufgehoben hatte, zogen mit Sainsbury's, Marks and Spencer und Coop drei weitere bedeutende Supermarkt-Ketten nach. Lediglich Waitrose steht von den großen Lebensmittelhändlern zu seinem "Ohne Gentechnik"-Versprechen bei Geflügelfleisch und Eiern. Kennzeichnungen auf den Verpackungen soll es Medienberichten zufolge nicht geben.

   

Kaum Gentechnik-Spuren in Lebensmitteln

Berlin, 05.04.2013 - Lebensmittel sind in Baden-Württemberg kaum mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigt. Im Jahr 2012 wurden lediglich bei 7 Prozent der Proben entsprechende Funde gemacht - und diese auch nur in geringen Mengen. Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Alexander Bonde (Bündnis90/Die Grünen) teilte am Freitag allerdings auch mit, dass regelmäßige Kontrollen weiterhin nötig seien.

   

Mehr gentechnikfreies Soja in 2013

Berlin, 04.04.2013 -Viehhalter in Thüringen können ohne importierte Soja auskommen. Eine Studie der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) rechnet vor: Einheimischer Raps, Getreide und Leguminosen reichen aus, um den Bedarf an Eiweißfuttermitteln im Land zu decken. Damit würden die Landwirte unabhängiger von Importen – von meist gentechnisch veränderter Soja aus Südamerika.

   

Öko-Test nimmt Milch unter die Lupe

Berlin, 28.03.2013 - Das Magazin Öko-Test hat 34 Milchprodukte aus deutschen Kühlregalen unter die Lupe genommen, die mit Kühen auf der Weide oder Abbildungen von Wiesen werben. Anhand des Fettsäuren-Gehalts schlossen die Experten auf das Futter, das die Tiere bekamen. Das Ergebnis ist eindeutig: 70 Prozent der Milch aus konventionellen Betrieben wird mit viel Kraftfutter erzeugt - dieses enthält meist Soja von gentechnischen veränderten Pflanzen.

   

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Informationsveranstaltung zum "FeedFinder Non GMO", einem neu entstehenden Online Portal für GVO-freie Futtermittel am 15.5. in Weyarn

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