Newsletter Oktober 2013

Liebe Leserinnen und Leser,

ist in Brei für Säuglinge Gentechnik drin? Die klare Antwort lautet: nein. Aber es hört sich – aus der Sicht von Rundfunk- und Zeitungsredaktionen – einfach gut an. Eine Schlagzeile wie „Bio-Babynahrung gentechnisch verändert“ verspricht Auflage und Klicks. Zwei ZDF-Reportagen machten den Auftakt, viele Medien sprangen auf den Zug auf. Was war geschehen? Bei einigen Gemüsesorten wie Brokkoli, gekauft in Bio-Supermärkten, waren durch Tests CMS-Hybride festgestellt worden. Diese sind aber weder „Gentechnik“ noch verboten - auch wenn die strengeren Öko-Verbände selbst sie ablehnen. Wir fassen die Debatte für Sie zusammen.

Auch in der Schweiz und in den USA wird diskutiert. Bei den Eidgenossen - zumindest den Milchproduzenten unter ihnen - geht es um eine „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung. Einige in der Branche sind dafür, darunter der Emmi-Konzern sowie der Milchbauernverband BIG-M. Andere halten das vergeudete Liebesmüh, weil in der Schweiz ohnehin keine gentechnisch veränderten Futtermittel eingesetzt werden. Bewährte Schweizer Qualität also. Doch für die Verbraucher reicht das womöglich nicht mehr aus. Gerade Discounter nehmen immer mehr Importware aus Deutschland ins Sortiment – und die stammt unter Umständen eben doch aus Gentechnik-Fütterung.

In den USA richten sich die Augen Anfang November nach Washington, den Bundesstaat im Nordwesten. Dort stimmen die Bürgerinnen und Bürger über eine verpflichtende Kennzeichnung von Gentechnik-Bestandteilen in Lebensmitteln ab. Die gibt es bislang noch nicht im Mutterland der Technologie. Befürworter und Gegner haben Kampagnen gestartet, um möglichst viele Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Doch das Kräfteverhältnis ist alles andere als ausgeglichen: die „Nein“-Seite verfügt nach Großspenden von Monsanto, Bayer und dem Lebensmittelspitzenverband GMA über viele Millionen Dollar mehr.

Nicht nur für den Fall, dass in Washington und/oder anderen US-Bundesstaaten eine Gentechnik-Kennzeichnung eingeführt werden sollte: Die Nachfrage nach nicht-modifizierter Soja steigt. Um die Abhängigkeit von den Importen aus Südamerika zu verringern, arbeiten einige Bundesländer an Eiweißstrategien. Baden-Württemberg bekommt dafür nun auch Geld vom Bund. Und auch brasilianische Sojaerzeuger nehmen die Herausforderung an: zusammen mit Agrarforschern der Regierung entwickeln sie neue, gentechnikfreie Sorten – und verdienen damit letztlich mehr. In einem bedeutenden Bundesstaat arbeiten schon fast ein Viertel der Sojabauern gentechnikfrei.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

DVT empfiehlt VLOG-"Ohne GenTechnik"-Standard

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) hat, wie andere Institutionen auch, an der Ausgestaltung des VLOG-"Ohne Gentechnik"-Standards mitgewirkt. In einem Newsletter an seine Mitglieder vom September 2013 empfiehlt der DVT nun ausdrücklich den Einsatz des VLOG-Standards in der Mischfuttermittelindustrie: „… Wir empfehlen daher an dieser Stelle nochmals, bei solchen ["Ohne Gentechnik"] Produktionsprogrammen ausschließlich den mit Unterstützung des DVT erarbeiteten Standard des Vereins Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) zu nutzen. … Wir wissen durchaus, dass der VLOG-Standard in einigen Punkten auch schwierige Kompromisse enthält. Dennoch halten wir das Papier für Gelungen, annähernd ausgewogen und empfehlenswert, um unkalkulierbare Risiken für die Mischfutterhersteller zu vermeiden. …“

   

Nachrichten

Brasilien bemüht sich um GV-freie Soja

21.10.13 – Brasilien stärkt die gentechnikfreie Sojaproduktion. Zwei Erzeugerverbände arbeiten mit einer Forschungseinrichtung der Regierung zusammen, um die steigende Nachfrage nach konventionellen Bohnen zu befriedigen. Im Rahmen des „Programa Soja Livre“ bemühen sich die Partner, Landwirten eine größere Auswahl an entsprechendem Saatgut zur Verfügung zu stellen.

   

Aufregung um CMS-„Gentechnik“

16.10.2013 – In letzter Zeit berichteten zahlreiche Medien über angebliche „Gentechnik“-Funde in Bio-Gemüse und Babynahrung. Das Magazin „Wiso“ des ZDF hatte verschiedene Produkte getestet und dabei unter anderem Brokkoli und Chicorée aus CMS-Züchtung entdeckt. Die deutschen Öko-Anbauverbände wie Demeter lehnen diese Technologie ab – laut geltendem Recht ist sie jedoch keine Gentechnik.

   

Schweiz streitet über „Ohne Gentechnik“

02.10.13 – In der Schweiz wird zurzeit über ein „Ohne Gentechnik“-Logo für Milchprodukte diskutiert. Während einige große Molkereibetriebe eine solche Kennzeichnung nicht für nötig halten, will Branchenführer Emmi zumindest auf dem deutschen Markt darauf setzen. Die Milchbauernorganisation BIG-M fordert, dass auch die Schweiz eine eigene „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung einführt.

   

Millionen für Kennzeichnungs-Debatte in Washington

26.09.13 – Im US-amerikanischen Bundesstaat Washington werden die Bürger im November darüber abstimmen, ob gentechnisch veränderte Zutaten in Lebensmitteln künftig gekennzeichnet werden müssen. Bislang ist das in den USA noch nirgendwo der Fall. Befürworter und Gegner der Maßnahme versuchen, möglichst viele Wähler zu erreichen – mit millionenschweren Kampagnen. 

   

USA: Alfalfa gentechnisch kontaminiert

18.09.13 – Das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten hat bestätigt, dass es im Bundesstaat Washington zu einer gentechnischen Verunreinigung von Alfalfa gekommen ist. Die Pflanze, auch Luzerne genannt, ist ein weit verbreitetes Futtermittel und wird in verschiedene asiatische Länder exportiert. Laut Nachrichtenagentur Reuters will das Ministerium keine weiteren Maßnahmen ergreifen. 

   

Baden-Württemberg stärkt Soja-Anbau

16.09.13 – Baden-Württemberg will den Anbau von gentechnikfreiem Soja im Land stärken. Dafür erhält das grün-rot regierte Bundesland nun auch eine Finanzspritze des Bundes. Das teilte Verbraucherminister Alexander Bonde vergangene Woche in Stuttgart mit.

   

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Termine

Infoveranstaltung "Wohin wird es GEN?" (HNE Eberswalde), 23.10.2013.

Fachgespräch "Neue biotechnologische Verfahren in der Pflanzenzüchtung - Prüfung für den Ökolandbau?" (BÖLW, Frankfurt), 20.11.2013

Donau Soja Symposium (Augsburg), 25.-26.11.2013.

5. Fachtagung Gentechnik (Oberschleißheim), 26.11.2013.

 

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