Newsletter April 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

es tut sich was in Sachen Gentechnik. Laut einem Medienbericht hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Widerstand gegen mehr nationale Anbauverbote aufgegeben. Am Wochenende beschloss denn auch der CDU-Parteitag, die Forderung nach einem „Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedstaaten beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzensorten“ ins Europawahlprogramm aufzunehmen. Auch eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch, Eier und Milch, die mittels Gentechnik-Futter erzeugt wurden, steht im Programm der Union.

Das ist ein gutes Zeichen für Verbraucherinnen und Verbraucher, aber auch für Produzenten und Händler gentechnikfreier Ware. Sie sind der Politik schon einen Schritt voraus, immer mehr kennen und nutzen das „Ohne Gentechnik“-Siegel für Lebensmittel. Die Voraussetzung dafür ist natürlich eine sichere Versorgung mit gentechnikfreien Rohstoffen – und die ist möglich. Heute trifft sich die Branche in Münster, wo brasilianische Sojaproduzenten zeigen, warum auch künftig kein Engpass zu erwarten ist. Viele wichtige Einzelhandels- und Agrarunternehmen haben ihr Kommen angemeldet.

Auch schweizerische Bauern und Verarbeiter haben die Vorteile der „Ohne Gentechnik“-Auslobung erkannt. Sie kommen zwar generell ohne gentechnisch veränderte Pflanzen im Futter aus, doch konnten sie diesen Qualitätsvorteil bislang nicht bewerben. Nun reagierte die Regierung auf das Drängen der Branche und erarbeitet die Grundlagen für ein künftiges Siegel.

Das Mutterland der Agro-Gentechnik, die USA, hinkt in dieser Frage hingegen hinterher. Obwohl auch dortige Verbraucherinnen und Verbraucher wissen wollen, was sie auf dem Teller haben, gibt es bislang nicht einmal eine Kennzeichnung gentechnisch veränderter Zutaten in frischen und verarbeiteten Lebensmitteln. Einzelne Bundesstaaten arbeiten zwar daran, doch Washington lehnt Änderungen ab. Vielmehr könnte es eine freiwillige „Kennzeichnung“ geben, die dann allerdings schärfere Regeln aushebeln würde. Allerdings haben einige Senatoren die Zeichen der Zeit erkannt und fordern eine echte, verpflichtende Kennzeichnung von Gentechnik-Pflanzen im Essen. Die brasilianischen Gentechnikfrei-Sojabauern würde es freuen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

Ihr VLOG-Team

 

Nachrichten

Branchentreff Gentechnikfreies Soja

07.04.2014 - Morgen trifft sich die Futter- und Lebensmittelbranche in Münster, um sich über gentechnikfreie Rohstoffe auszutauschen. Aus erster Hand erhalten die Teilnehmer Informationen über die Sojaproduktion in Brasilien und den Transport nach Europa. Die Tagung stößt auf großes Interesse: circa 130 Teilnehmer werden erwartet, darunter Größen wie Rewe und Aldi sowie die Agrarhändler Cargill, ADM und Louis-Dreyfus.

   

Washington lehnt Kennzeichnung ab

04.04.2014 – Die US-Lebensmittelbehörde FDA lehnt eine verpflichtende Kennzeichnung von Gentechnik in Lebensmitteln weiter ab. Stattdessen befürwortet sie freiwillige Labels, gab die Leiterin bei einer Anhörung im Kongress zu Protokoll. Eine solche Regelung auf Bundesebene würde dann einzelstaatliche Pflichtkennzeichnungen aushebeln.

   

Bekommt Schweiz eigenes "Ohne Gentechnik"-Label?

02.04.2014 - In der Schweiz soll künftig die Kennzeichnung von tierischen Erzeugnissen aus gentechnikfreier Fütterung möglich sein. Einen entsprechenden Entwurf zur Änderung des Gentechnik-Rechts hat das Innenministerium erarbeitet. Damit können sich Schweizer Produzenten von billigerer Importware abgrenzen.

   

Nur selten Gentechnik-Verunreinigungen

26.03.14 - Bei Lebensmitteln wurden in Baden-Württemberg im letzten Jahr nur wenige Verunreinigungen mit Gentechnik-Pflanzen festgestellt. 8,7 Prozent der Proben waren positiv, teilte das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Freiburg mit. Das ist nur wenig mehr als im Vorjahr. Viele Funde lagen außerdem im Spurenbereich von unter 0,1 Prozent – auch bei Sojaerzeugnissen mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel.

   

Merkel offen für Anbauverbote

24.03.14 - Laut eines Berichts der Leipziger Volkszeitung macht Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Thema Gentechnik Zugeständnisse an CSU und SPD. So sollen die Bundesländer eigene Anbauverbote für transgene Pflanzen aussprechen dürfen.

   

Aldi und Lidl senken Preis für Geflügelfleisch

10.03.14 - Am Wochenende hat der Discounter Aldi die Preise für Fleischprodukte gesenkt, heute zog Lidl nach. Das ist ein schlechtes Zeichen für Erzeuger, die gentechnikfrei füttern wollen - und für Verbraucher, die Wert auf Qualität legen. Zuvor hatte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) den Ausstieg aus der gentechnikfreien Fütterung bekannt gegeben.

   

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