Newsletter Februar 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

seit Jahren sind die Umfrageergebnisse gleich: die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland lehnen Gentechnik auf dem Acker und auf dem Teller ab. Erst im Januar wurde das wieder bestätigt, diesmal durch eine Studie zum Einkaufs- und Ernährungsverhalten im Auftrag des Bundesagrarministeriums. Über 80 Prozent erwarten demnach eine gentechnikfreie Landwirtschaft.

Die Politik weiß also Bescheid, der frisch gekürte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt erinnerte in einem Interview denn auch noch mal an den Koalitionsvertrag. Darin stehe „ganz klar“, dass Schwarz-Rot die Haltung der Bevölkerungsmehrheit anerkenne. In einem Interview mit der Rheinischen Post bekräftigte Schmidt, „ich sehe nicht, von wem und wofür diese Technologie bei uns gebraucht wird.“

Trotzdem handeln Politik und konventionelle Lebensmittelindustrie nicht so, wie es sich die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher wünschen. Deutschland enthielt sich auf EU-Ebene der Stimme, als es um den insektengift-produzierenden Mais 1507 ging – und machte damit den Weg frei für die erste Anbaugenehmigung für einen Gentechnik-Mais seit 1998. Und erst letzte Woche kündigte ein Großteil der Geflügelfleisch- und Eierbranche den Ausstieg aus der gentechnikfreien Fütterung an – nach 14 Jahren. Angeblich sei nicht genügend herkömmliches Soja auf dem Markt.

Dabei zeichnet sich in Brasilien eine Rekordproduktion von nicht-modifiziertem Soja ab. Der Erzeugerverband ABRANGE rechnet mit 10 Prozent mehr sowie besseren Transportbedingungen – an Nachschub wird es 2014 also nicht mangeln. Und auch die Mehrkosten für den Verbraucher sind mit 8 Cent pro Masthähnchen überschaubar, wie der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik der Geflügelbranche und der Öffentlichkeit vorrechnete.

Es kann also weder am Angebot an Futtermitteln noch an der Nachfrage nach gentechnikfreien Produkten liegen – hilfreich wäre aber, wenn die deutsche Politik ihren Beteuerungen auch Taten folgen lassen würde. Auf EU-Ebene durch eine Kennzeichnung von tierischen Erzeugnissen, die mit Gentechnik-Futter hergestellt wurden. Und zuhause mit einer stärkeren Bekanntmachung des „Ohne Gentechnik“-Siegels, das ja schließlich dem Bund selbst gehört.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

Nachrichten

Branchenverbände widerlegen Fehlinformation der Geflügelwirtschaft

Berlin - São Paulo - Utrecht, 24.02.2014 – Gentechnikfreies Soja aus Brasilien ist für die europäische Futtermittelindustrie in ausreichender Menge und Qualität verfügbar. Damit widersprechen der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG), ABRANGE und ProTerra der Behauptung des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG). Dieser hatte letzte Woche den Ausstieg der PHW-Gruppe (Wiesenhof), der Rothkötter Unternehmensgruppe (Emsland Frischgeflügel) und anderer Geflügelmäster aus der Verfütterung von gentechnisch unverändertem Sojaschrot angekündigt und mit einem sinkenden Angebot an gentechnikfreier Ware aus Brasilien begründet. Wenige Tage später folgte der Bundesverband Deutsches Ei (BDE) und kündigte den Ausstieg eines Teils der Eiererzeuger an. 

   

Kosten für gentechfreies Soja sinken

19.02.2014 - Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hat gestern angekündigt, dass die Branche nach 14 Jahren wieder gentechnisch verändertes Soja verfüttert. Verschwiegen wird aber, dass die Maßnahme nur die Geflügelmäster betrifft. Die Eierproduzenten setzen weiter konsequent auf gentechnikfreies Soja. Zudem stehen nicht alle Mitglieder hinter der Stellungnahme. Die Firma Stolle, eines der größten Unternehmen der Branche, will auch weiterhin Hähnchen aus gentechnikfreier Fütterung anbieten. Laut ZDG gebe es zu wenig gentechnikfreie Bohnen und zu viele Verunreinigungsfälle. Der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) widerspricht dieser Darstellung. Aus Brasilien wird dieses Jahr mehr Soja ohne Gentechnik erwartet, vermutlich sogar zu sinkenden Preisen.

   

Mais 1507: Deutschland enthält sich

05.02.2014 – Der gentechnisch veränderte Mais 1507 könnte bald in der EU angebaut werden. Deutschland wird sich bei der Abstimmung kommende Woche enthalten. Darauf verständigte sich das Kabinett heute laut Regierungssprecher Steffen Seibert. Die meisten Verbraucher dürften davon enttäuscht sein: innerhalb von zwei Tagen unterzeichneten fast 180.000 einen Appell gegen den Gentech-Mais.

   

Verbraucher wollen keine Gentechnik

28.01.14 – Wieder einmal zeigt eine Studie, dass die Verbraucher in Deutschland keine gentechnisch veränderten Lebensmittel auf ihrem Teller wollen. Über 60 Prozent erwarten „voll und ganz“, dass in der Landwirtschaft auf Gentechnik verzichtet werde. Über die Hälfte der Befragten halten außerdem eine Kennzeichnung von gentechnikfreien Erzeugnissen für „sehr wichtig“.

   

Sonstiges

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