Newsletter Januar 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

zum Ende des Jahres 2013 gab es für die gentechnikfreie Landwirtschaft einen Erfolg: die BASF-Kartoffel „Amflora“ darf in der EU nicht mehr angebaut werden, ein Gericht kassierte die Genehmigung. Allerdings wurde Amflora zuletzt ohnehin nicht mehr genutzt, sie hatte sich als Ladenhüter erwiesen. Gefeiert wurde jedoch kaum, denn es drohen andere Neuzulassungen, aktuell für den transgenen Mais 1507 von Dupont-Pioneer.

In den USA geht es unterdessen weniger um Zulassungen – die werden relativ reibungslos erteilt. Stattdessen heißt das Schlachtfeld dort Kennzeichnung. Bislang gibt es für Gentechnik keine – und das soll auch so bleiben, wenn es nach dem Dachverband der Lebensmittelindustrie geht. Der will die zuständige Behörde dazu bringen, wachsweiche Bestimmungen auf Bundesebene einzuführen – und damit die sehr wahrscheinlich viel strikteren Gesetze, die auf einzelstaatlicher Ebene unterwegs sind, ins Leere laufen zu lassen.

Dabei wünschen sich auch im Mutterland der Gentechnik viele Verbraucher eine Kennzeichnung. Das hat auch die Industrie erkannt. General Mills bewirbt seine beliebten „Cheerios“-Frühstücksflocken daher seit kurzem als gentechnikfrei. Das gilt freilich nur für die aus Hafer – denn davon gibt es ohnehin keine gentechnisch veränderte Variante. Größer könnte der Kontrast zur Schweiz kaum sein: dort gibt es keine Gentechnik-Futtermittel, die Molkereien wollen ihre Produkte nun endlich auch so bewerben dürfen – um im Ausland zu punkten, aber auch, um sich von billigeren Importerzeugnissen abzuheben.

Gleichzeitig haben dänische Geflügelproduzenten ihre Ablehnung gentechnisch veränderter Futtermittel aufgegeben – angeblich wegen steigender Preise für gentechnikfreie Soja und aus mangelndem Interesse der Verbraucher. Doch warum dann nicht auch in Schweden? Dort setzt die  in beiden Ländern aktive Lantmännen-Gruppe weiterhin auf Gentechnikfreiheit. Und auch in Deutschland dürfte die Nachfrage nach „Ohne Gentechnik“ vielmehr zu- denn abnehmen. Ein Indiz: am Samstag werden wieder 20.000 Teilnehmer bei der Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin erwartet, die sich unter anderem gegen Gentechnik auf Acker und Teller wendet.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

Nachrichten

Neuer "Ohne Gentechnik" Standard

Seit Dezember 2013 steht die neue Version des VLOG-"Ohne Gentechnik"-Standards 13.02 zur Verfügung. Sie kann nach einer einmaligen Anmeldung kostenlos auf der VLOG-Homepage abgerufen werden: www.ohnegentechnik.org/standard. Hinterlegt ist auch ein Dokument, aus dem die Änderungen zur Standard-Version 13.01 hervorgehen.

   

Erfreuliche Entwicklung des VLOG in 2013

Zum 31.12.2013 zählt der VLOG 39 reine Lizenznehmer des "Ohne Gentechnik"-Siegels, 52 reine Mitglieder und 99 Unternehmen, die Mitglied und Lizenznehmer sind. Insgesamt vertritt der VLOG damit 190 Unternehmen mit einem Gesamt-Jahresumsatz von 68 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Zuwachs von 19 Prozent der im VLOG organisierten Unternehmen in einem Jahr.

   

Dänemark füttert wieder Gentechnik-Soja

 14.01.14 – Viele dänische Geflügelproduzenten werden ab Februar wieder gentechnisch veränderte Futtermittel einsetzen. Der Verband Dansk Slagtefjerkræ beschloss den Rückschritt im Dezember und begründet das mit steigenden Kosten für gentechnikfreies Soja. Gleichzeitig setzt der Schlachtbetrieb der Lantmännen Gruppe im Nachbarland Schweden weiter auf Futter ohne Gentechnik.

   

US-Konzerne wollen Kennzeichnung aushebeln

09.01.2014 – In den USA gibt es bislang keine verpflichtende Kennzeichnung von Gentechnik-Zutaten in Lebensmitteln. In vielen Bundesstaaten werden aber Unterschriften gesammelt und Bündnisse geschmiedet, um das zu ändern. Nun versucht die Industrie den Befreiungsschlag. Der Dachverband der Branchengrößen schlägt eine Regelung auf Bundesebene vor – die für Verbraucher allerdings keinerlei Verbesserung bringen würde.

   

„Cheerios“-Frühstücksflocken in USA gentechnikfrei

06.01.2014 – Wegen steigender Nachfrage nach gentechnikfreien Produkten bewirbt der US-Lebensmittelhersteller General Mills seine Frühstücksflocken jetzt mit dem Aufdruck „not made with genetically modified ingredients“. Das gilt aber nur für eine Sorte, andere Produkte enthalten weiterhin Bestandteile von gentechnisch verändertem Mais oder Soja.

   

Schweiz kommt Kennzeichnung näher

17.12.2013 – Die Schweiz ist auf dem Weg zu einer Kennzeichnung gentechnikfreier Tierprodukte. Bis Ende März nächsten Jahres läuft nun eine Anhörung des Innenministeriums zur Änderung der entsprechenden Rechtsgrundlage. Konkret geht es um den Hinweis „Produktion ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen“ auf Verpackungen.

   

Gentechnik-Kartoffel verboten

13.12.2013 – Die Gentechnik-Kartoffel Amflora darf seit heute nicht mehr in der EU angebaut und vertrieben werden. Das Gericht der EU in Luxemburg kassierte die Zulassung, die der BASF-Konzern 2010 erhalten hatte. Auf dem Acker spielte Amflora zuletzt aber ohnehin keine Rolle mehr.

   

China weist erneut Mais aus USA zurück

09.12.2013 – Chinesische Behörden haben letzte Woche eine Rekordmenge an Mais aus den USA zurückgewiesen. Über 120.000 Tonnen durften an den Häfen Fuzhou, Shenzhen und Shandong nicht gelöscht werden, da sie mit einer Gentechnik-Sorte verunreinigt waren, die in China bislang nicht zugelassen ist.

   

Sonstiges

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Vortrag "Gentechnikfreie und regionale Futtermittel - ein Erfolgsrezept für die Zukunft?

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