Newsletter Mai 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

die Mitgliedsstaaten der EU erhalten wohl bald mehr Möglichkeiten, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen zu untersagen. Wenn Deutschland seine jahrelange Blockadehaltung aufgibt – laut Bundeskanzlerin Merkel wird sich die Koalition darüber „rechtzeitig“ verständigen – könnte so auch der voraussichtlich ab 2015 mögliche Anbau der Maissorte 1507 hierzulande verhindert werden.

Zumindest vorerst – denn es kommt auch auf die Details an. Verschiedene NGOs, aber auch die Verantwortlichen in Paris oder Ungarn, kritisieren zu laxe Formulierungen und zu großes Entgegenkommen gegenüber den Gentechnik-Konzernen. Doch zumindest hat auch die Kanzlerin nun eingestanden, dass es für die Agro-Gentechnik in Deutschland keine politischen Mehrheiten gibt – und die Verbraucher sie nicht wollen.

Die haben das auch in einer neuen Umfrage bekräftigt. 80 Prozent wünschen sich beispielsweise Eier und Fleisch ohne Gentechnik, 90 Prozent eine verpflichtende Kennzeichnung von Milch, Eiern und Fleisch, wenn Gentech-Futtermittel eingesetzt wurden. Eine große Mehrheit ist bereit, für diese Qualität auch mehr zu bezahlen. Umso unverständlicher ist es, dass der Fast-Food-Konzern McDonald's bei Hähnchenfleisch nicht mehr auf gentechnikfreie Fütterung setzt. Die Begründung, es gebe zu wenig Soja ohne Gentechnik, halten viele Beobachter für vorgeschoben. Tatsächlich geht es wohl um die Kosten – doch der Unterschied liegt laut Greenpeace-Schätzungen bei weniger als einem Cent pro Chickenburger.

Freuen können sich unterdessen die Verbraucher in Vermont. Der nordöstliche US-Bundesstaat könnte ab 2016 der erste mit einer Pflichtkennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln sein. Aber nur, wenn Washington dem nicht mit einer freiwilligen Kennzeichnung zuvor kommt – die würde es sogar ermöglichen, „Ohne Gentechnik“-Label auf tierische Erzeugnisse aus Gentech-Fütterung zu kleben.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

Nachrichten

Fachtagung zur "Ohne Gentechnik"-Produktion

Am 28. Mai veranstaltet der VLOG zusammen mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz eine Fachtagung zur "Ohne Gentechnik"-Produktion und Kennzeichnung von Lebensmitteln. Referenten aus allen Teilen der Wertschöpfungskette berichten von ihren Erfahrungen und geben Anregungen für eine gelungene Herstellung gentechnikfrier Lebensmittel. Die Tagung findet in Mainz statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Nähere Informationen finden Sie hier.

   

"Ohne-Gentechnik" Standard in englischer Übersetzung

Seit wenigen Tagen steht der VLOG-"Ohne Gentechnik"-Standard Version 13.02. auch in einer englischen Übersetzung zur Verfügung. Sollten Sie sich für den Zugang zum deutschen Standard bereits registriert haben, können Sie mit den gleichen Login-Daten auch die Übersetzung einsehen.

   

Debatte um Opt-Out geht weiter

20.05.14 - Die Debatte um nationale Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen geht weiter. Während sich die deutsche Politik in Richtung einer Zustimmung zum „Opt-Out“ bewegt, kritisieren Verbände die Vorschläge als „Scheinlösung“. Vor der Maissaison 2015 könnte die rechtliche Grundlage geschaffen sein – auch wenn eine Vorentscheidung auf EU-Ebene auf nach der Europawahl verschoben wurde.

   

US-Bundesstaat kennzeichnet Gentechnik

30.04.2014 - Vermont könnte der erste US-Bundesstaat werden, in dem gentechnisch veränderte Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen. 2016 könnte ein vor kurzem beschlossenes Gesetz in Kraft treten – wenn Washington nicht dazwischen funkt.

   

McDonald’s erlaubt Gentechnik in Geflügelfutter

Berlin, 29.04.2014. McDonald’s Deutschland erlaubt seinen Zulieferern nach 13 Jahren Verbot erneut die Gentechnik-Fütterung von Geflügel. Nach einem Bericht von Der Spiegel seien erhöhte Preise von gentechnikfreiem Futter schuld an diesem Schritt – laut McDonald’s. Das Fleisch landet in Chickenburgern und Chickennuggets.

   

Verbraucher bereit, mehr für "Ohne Gentechnik"-Lebensmittel zu zahlen

14.04.2014 – Moderate Aufpreise für tierische Erzeugnisse aus gentechnikfreier Fütterung sind einer aktuellen, repräsentativen Umfrage zufolge kein Problem. Über 80 Prozent der befragten Verbraucher sind bereit, mehr zu bezahlen, wenn die Tiere keine Futtermittel aus Gentechnik-Pflanzen bekommen haben, ermittelte das renommierte Institut Forsa im Auftrag von Greenpeace.

   

Sonstiges

Newsletter weiterempfehlen oder abbestellen

Falls weitere Kollegen in Ihrem Unternehmen diesen Newsletter beziehen möchten oder Sie den Newsletter abbestellen möchten, gibt es dafür hier die Möglichkeit.

   

Sollte der Newsletter bei Ihnen nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Neue Siegelnutzer

Heinz GbR

Raiffeisen Ems Vechte Kraftfutterwerk Laar

Neue Mitglieder

Pöhner Hamburg GmbH

ARGE Gentechnik-frei

Termine

Fachtagung: „Ohne Gentechnik – eine Chance für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Rheinland-Pfalz?“ 

Weitere Termine