Newsletter November 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

das ist eine gute Nachricht für die gentechnikfreie Lebensmittelproduktion und für die Verbraucher in Deutschland: Edeka, der größte Lebensmitteleinzelhändler des Landes, bietet unter seiner Eigenmarke ab sofort Hähnchenfleisch mit der „Ohne Gentechnik“-Raute an. Und dabei soll es nicht bleiben: auch Rinder, Schweine und anderes Geflügel sollen langfristig gentechnikfrei gefüttert werden.

Nicht so gut ist diese Nachricht für die deutsche Geflügelbranche – zumindest für Wiesenhof & Co., die Anfang dieses Jahres auf Gentech-Fütterung umgestellt haben, trotz der eindeutigen Stimmungslage unter den Verbrauchern, die keine Gentechnik auf dem Teller wollen. Denn der Lebensmitteleinzelhandel sieht sich nun auch im Ausland um: Edeka bekommt das Hähnchenfleisch beispielsweise von einem italienischen Unternehmen, das unter strengen Kontrollen gentechnikfrei produziert. Die Futtermittel bezieht es aus Europa, das Soja aus Italien selbst.

Bei Edeka wird es nicht bleiben. Weitere Einzelhändler werden nachziehen und die „Ohne Gentechnik“-Sparte weiter ausbauen. Darauf stellt sich der VLOG ein. Zum Beispiel, indem er enger mit europäischen Partnern zusammen arbeitet. Mit der österreichischen ARGE Gentechnik-frei wurde im Oktober vereinbart, die strengen Standards für Produktion und Kontrolle in den Bereichen Futtermittel, Ei und Hähnchenfleisch gegenseitig anzuerkennen.

Auch in den USA bleibt die Debatte dynamisch. Diese Woche stimmen weitere Bundesstaaten über eine Kennzeichnung von Gentechnik-Lebensmitteln ab. Dass Labels die Preise nicht unbedingt in die Höhe treiben – wie von Kennzeichnungsgegnern prognostiziert – haben Wirtschaftsberater festgestellt. Ihre Rechnung: der einzelne Verbraucher muss für das Plus an Transparenz lediglich 2,30 Dollar mehr pro Jahr bezahlen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

Verband

IP-Non-GMO-Kontroll-Konzept für Futtermittel

Eine Information von unserem Mitgliedsunternehmen UBL Lehmann: Die Futtermittelwirtschaft ist integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette zur Produktion von hochwertigen tierischen Lebensmitteln „from field to fork“. Futtermittel stellen die wichtigsten Betriebsmittel in der Tierhaltung dar. Daher stehen die Futtermittel-Hersteller in jeder Hinsicht hohen Anforderungen an Produktionsprozess und Produkt gegenüber. Die Qualität von der Rohware bis zum fertigen Produkt muss sicher und einwandfrei, der Preis wirtschaftlich sein. Die Machbarkeit einer Produktion von GMO- und Non-GMO-Mischfutter im selben Werk und auf derselben Linie ist mit betriebswirtschaftlich vertretbarem Aufwand möglich. Die hierzu erforderlichen Voraussetzungen und Vorgehensweise werden auf der Internetplattform FeedFinder Non GMO in vollem Umfang dargestellt. Eine Realisierung kann weitgehend in eigener Regie erfolgen. Die Nutzung der Dokumente setzt eine kostenpflichtige Registrierung voraus.

   

Nachrichten

Edeka nutzt „Ohne Gentechnik“-Siegel

03.11.2014 – Mit Edeka nutzt ab sofort der größte Lebensmitteleinzelhändler Deutschlands das „Ohne Gentechnik“-Siegel. Die grüne Raute wird zunächst in Märkten im Südwesten und Südosten des Landes auf Hähnchenfleischprodukten der Edeka-Eigenmarkte „Gut&Günstig“ zu finden sein. Weitere Produkte sollen folgen.

   

Gegenseitige Anerkennung

27.10.2014 – Einen wichtigen Schritt in Richtung Markterleichterung für die Gentechnik-freie Produktion in Österreich und Deutschland haben nun die ARGE Gentechnik-frei und der VLOG e.V. gesetzt.

   

Einzelhandel droht Geflügelindustrie

21.10.2014 – Wegen der Verfütterung von gentechnisch verändertem Soja droht der Lebensmitteleinzelhandel der Geflügelbranche. „Wenn die großen Tierhalter nicht mitziehen, werden wir auf kleine, regionale zurückgreifen, die einfach auf gentechnikfreie Produktion umschalten können“, heißt es bei Rewe laut einem Bericht im Magazin „Der Spiegel“.

   

Weitere Forderungen gegen Syngenta

14.10.2014 – Nach Cargill fordert ein weiteres Handelsunternehmen vor Gericht Schadensersatz von Syngenta. Zusammen beziffern Trans Coastal Supply Co und Cargill den Schaden auf über 130 Millionen Dollar, so die Agentur Reuters. Hintergrund: Mais aus den USA konnte nicht nach China importiert werden, weil eine unerlaubte Gentechnik-Sorte gefunden worden war.

   

Nur geringe Mehrkosten durch Kennzeichnung

06.10.2014 – In den USA wird weiterhin über die Einführung einer verpflichteten Gentechnik-Kennzeichnung gestritten. Gegner argumentieren häufig, Lebensmittel würden deutlich teurer. Die Wirtschaftsberater von ECONorthwest geben Entwarnung: demnach geht es für den einzelnen Verbraucher um 2,30 US-Dollar pro Jahr.

   

Gentechnik-Weizen in Montana

01.10.2014 – In einem zweiten US-Bundesstaat ist gentechnisch veränderter Weizen des Unternehmens Monsanto entdeckt worden. Die Pflanze hat keine Anbaugenehmigung, sie wurde vor circa zehn Jahren an mehreren Orten getestet. Letztes Jahr führte ein Fund zu Exporteinbrüchen und Schadensersatzforderungen von Weizenfarmern.

   

Sonstiges

Aktuelle Nachrichten rund um "Ohne Gentechnik"

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