Newsletter April 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

heute wird die EU-Kommission wohl den Vorschlag unterbreiten, auch Entscheidungen über das Verfüttern von gentechnisch veränderten Pflanzen den nationalen Regierungen zu überlassen. Einzelne Mitgliedstaaten könnten dann selbst festlegen, welche transgenen Mais-, Soja- oder Rapslinien bei ihnen im Futtertrog landen dürfen. Davon erhofft sich Brüssel eine Beschleunigung der oft sehr langwierigen Zulassungsverfahren.

Für Länder mit besonders gentechnik-kritischer Öffentlichkeit, beispielsweise Deutschland, Österreich oder Frankreich, bietet dieser erweiterte Opt-Out-Mechanismus durchaus Chancen. Theoretisch wäre erstmals eine komplett gentechnikfreie Fütterung möglich. Damit es tatsächlich dazu käme, müsste – neben dem politischen Willen – jedoch auch ausreichende Rechtssicherheit gegeben sein. Im jetzigen Entwurf der Kommissare, der vorab bekannt wurde, ist diese aber nicht zu erkennen. Hier müsste Brüssel deutlich nachbessern, um Kollisionen mit Binnenmarkt- und WTO-Recht zu verhindern.

Nachbesserungsbedarf gibt es auch in der Forschung. So vermeldete ein von der EU finanziertes Projekt, das Nebeneinander von Feldern mit und ohne gentechnisch veränderte Pflanzen sei – auch mit den heutigen rechtlichen Bestimmungen zu Mindestabständen etc. - problemlos möglich. Dabei wurden nicht genehme Daten jedoch herunter gespielt, beispielsweise zu portugiesischen Maisbroten, bei denen Gentechnik-Anteile von bis zu zehn Prozent nachgewiesen wurden.

Besser harmonieren da Gentechnikfreiheit und Regionalität. So versorgen sich schwäbische Schweinehalter künftig mit Soja und Erbsen aus dem Kraichgau, die Eiweißversorgung ihrer Tiere ist dann auch ohne Importe gesichert. Die Fleisch- und Wurstspezialitäten tragen das „Ohne GenTechnik“-Siegel. Und in Niedersachsen fördert die Landesregierung die Vermarktung von „Weidemilch ohne Gentechnik“, um Landwirten auch nach dem Wegfall der Milchquote Perspektiven zu bieten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen

Ihr VLOG-Team

Verband

Fünf Jahre VLOG

Am 23.3.2010 wurde der VLOG von 33 Mitgliedern gegründet. Nur fünf Jahre später setzen sich 250 Mitglieder und Lizenznehmer für eine gentechnikfreie Lebensmittelproduktion ein und vertreiben Lebensmittel mit dem "Ohne GenTechnik"-Siegel. Der VLOG hat sich zum anerkannten Player in der Lebensmittelwirtschaft gemausert und ist ein respektierter Ansprechpartner für die Wirtschaft, Politik, Medien und Gesellschaft. Wir verleihen dem Teil der Lebens- und Futtermittelwirtschaft eine Stimme, der sich für gentechnikfreie Produkte interessiert, optimieren kontinuierlich die Qualitätssicherung hinter der Siegelvergabe, um Ihnen und den Verbrauchern noch mehr Sicherheit zu gewährleisten und informieren über Medien, Vorträge und im direkten Austausch mit Verbrauchern über die Kriterien und den Nutzen der "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung. Wir sagen auf diesem Wege ein herzliches Dankeschön für die bisherige gute Zusammenarbeit und an die Unterstützer der Anzeige zum VLOG-Jubiläum in der Lebensmittel Zeitung.

   

Neue Produktdatenbank online

Pünktlich zum fünfjährigen VLOG-Jubiläum ging die neue Version der Produktdatenbank online. Über 1.600 Produkte, die bereits das "Ohne GenTechnik" Siegel tragen können, sind unter der Angabe der Marke, des Herstellers und der EAN-Nummer abrufbar. Unter www.ohnegentechnik.org/produktdatenbank ist die Datenbank zu finden.

   

Kritische wissenschaftliche Informationen zu Gentechnik

Der Verein Testbiotech wurde 2008 gegründet und klärt seitdem mit Stellungnahmen, Expertisen und auf Tagungen zu den Risiken der Biotechnologie auf. Die Arbeitsfelder umfassen u.a. die Agro-Gentechnik, Synthetische Biologie und Patente auf Lebewesen. Auf der Homepage werden eine Vielzahl von Informationen bereitgestellt. Dort kann man auch den lesenswerten und kostenlosen Newsletter abonnieren, der alle 2-3 Monate erscheint. Bisherige Ausgaben sind ebenfalls auf der Homepage hinterlegt.

   

Konferenz: 'GMO Free Europe – Future Opportunities and Challenges'

Donau Soja, das Europäische Netzwerk der Gentechnikfreien Regionen und das weltweite Netzwerk gegen Gentechnik laden ein zur ersten gemeinsamen Konferenz 'GMO Free Europe – Future Opportunities and Challenges' in Berlin von 6. bis 8. Mai. Der Kongress bringt NGOs, Politik, Unternehmen und Wissenschaftler in Berlin zusammen, um über die Gentechnik-Politik der EU, neue Gentechniken, die Versorgung mit heimischen Futtermitteln und den Lobbydruck der Agrarindustrie auf Entwicklungsländer, insbesondere in Afrika, zu diskutieren.

Weitere Informationen unter http://www.gmo-free-regions.org/.

   

Nachrichten

Opt-Out bei Futtermitteln: Knackpunkt Rechtssicherheit

21.04.2015 – Die Europäische Kommission arbeitet an einem Vorschlag, den für den Gentechnik-Anbau schon beschlossenen Opt-Out-Mechanismus auch auf Lebens- und Futtermittel auszuweiten. Am Mittwoch könnten in Brüssel die Weichen dafür gestellt werden, ein Entwurf wurde bereits letzte Woche geleakt. Der zeigt: für eine rechtssichere Anwendung muss noch mehr getan werden.

   

Umweltstress bei Gentechnik-Pflanzen

15.04.2015 – Häufig setzt gentechnisch veränderter Mais, weil ihm Bakteriengene eingebaut wurden, ein Insektizid frei. Doch dieses von den Herstellern beabsichtigte Verhalten ändert sich, wenn die Pflanzen z.B. Hitze ausgesetzt sind.

   
   

Kombination: Regional und ohne Gentechnik

18.03.2015 – Die niedersächsische Landesregierung sucht nach Möglichkeiten, Milchbauern in der Emsregion unter die Arme zu greifen. Potenzial sieht sie bei regional erzeugter Weidemilch, die mit dem Hinweis „Ohne Gentechnik“ beim Verbraucher punkten soll.

   
   
   

Sonstiges

Aktuelle Nachrichten rund um "Ohne Gentechnik"

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