Newsletter Juni 2015

Liebe Leserinnen und Leser,

gute Nachricht für die vielen Verbraucherinnen und Verbraucher, die gentechnisch veränderte Lebensmittel ablehnen: der Handel will ihrem Wunsch nachkommen. Damit sind, wohlgemerkt, nicht nur die Pioniere des „Ohne GenTechnik“-Siegels gemeint. Auch „die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen“ der Branche strebt eine gentechnikfreie Eiweißfütterung von Nutztieren an. Das verkündete der Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) vor Kurzem. Bei Rewe und Penny tragen nun erste Trinkmilch-Verpackungen das "Ohne GenTechnik"-Siegel.

Wachsende Unterstützung gibt es auch von der Politik. Sie will die Eiweißpflanzen-Produktion in Europa ankurbeln. Auf der Konferenz „GMO-FREE EUROPE“, die im Mai in Berlin stattfand, beschlossen Regierungen von Bundesländern und vielen europäischen Regionen, der Verein Donau Soja sowie Umweltverbände eine gemeinsame Position: weniger Übersee-Importe, eine EU-weite „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung und der Schutz von Saatgut und Lebensmitteln vor Gentechnik-Verunreinigung sind einige Forderungen. Kurz zuvor hatte sich auch die SPD-Bundestagsfraktion klar gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland und weitere Gentech-Genehmigungen gestellt.

Allerdings wird auch quergeschossen: so fordert ein Bündnis von Gentechnikern und FDP-Politikern im Namen von Aufklärung und Transparenz eine ganz neue Gentechnik-Kennzeichnung. Sie soll auch Mikroorganismen erfassen, die im geschlossenen Tank Zusatzstoffe herstellen und diesen nicht verlassen. Es soll keine Schwellenwerte für geringfügige Verschleppungen und auch keine Umstellungsfristen für die Tierfütterung geben. Eine so weit gefasste Kennzeichnung wäre mehr Desinformation als Information. Aus Sicht des Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) geht es bei dem Vorstoß eigentlich darum, transgene Pflanzen doch noch auf europäische Äcker zu bringen.

Dabei sind selbst im Gentech-Mutterland USA immer mehr Zeichen eines Umdenkens zu erkennen. So importieren amerikanische Lebensmittelproduzenten zunehmend Futtermittel aus Europa und Asien, um die steigende Nachfrage nach gentechnikfrei bedienen zu können. Und die Fast-Food-Kette Chipotle, die dort fast 1.800 Restaurants betreibt, streicht Mehl und Öl aus Gentechnik-Mais und -Soja aus den Rezepten.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen,

Ihr VLOG-Team

Nachrichten

Rewe-Milch mit „Ohne Gentechnik“

02.06.2015 – In Filialen von Rewe und Penny gibt es ab sofort Trinkmilch mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel im Kühlregal. Das teilte die Gruppe am Freitag mit. Langfristig soll komplett auf Gentechnik-Futtermittel verzichtet werden.

   

Kennzeichnung: „Wenig durchdacht und populistisch“

19.05.2015 – Das „Forum Grüne Vernunft“, ein Zusammenschluss von Gentechnik-Befürwortern, will über eine Petition erreichen, dass die Gentechnik-Kennzeichnung neu geregelt wird. Dabei soll nicht zwischen dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen unter freiem Himmel und dem Einsatz von Mikroorganismen in geschlossenen Behältern unterschieden werden. Der Verband Lebensmittel Ohne Gentechnik (VLOG) sieht darin den Versuch, die Agro-Gentechnik doch noch salonfähig zu machen.

   

WWF-Einkaufsratgeber zu Fleisch

12.05.15 -  Die Umweltschutzorganisation WWF Deutschland hat einen Ratgeber zum Fleischeinkauf vorgestellt. Demnach verfehlen 90 Prozent der Fleischwaren „die Mindestanforderungen an ökologische Nachhaltigkeit“ - unter anderem wegen des Einsatzes von gentechnisch verändertem Soja als Tierfutter.

   

Erfolgreiche Konferenz in Berlin

11.05.15 – In Berlin fand letzte Woche die Konferenz „GMO-FREE EUROPE – Future Opportunities and Challenges“ statt. Mehrere hundert Teilnehmer diskutierten unter anderem über Gentechnik-Anbauverbote und eine bessere Eiweißversorgung aus europäischen Quellen. Regierungen, der Verein Donau Soja und zivilgesellschaftliche Gruppen verabschiedeten eine gemeinsame „Berliner Erklärung“.

   
   

LEH positioniert sich zur Fütterung

06.05.2015 – Der Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), der alle Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland vertritt, hat gestern ein Positionspapier zur Fütterung von Nutztieren beschlossen. „Die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen“ wolle eine gentechnikfreie Eiweißfütterung, heißt es darin.

   
   

Standortvorteil durch Gentechnikfreiheit

21.04.2015 – Über 90 Prozent der Soja- und Maisproduktion der USA basiert auf Gentechnik. Doch auch immer mehr Amerikaner wünschen sich gentechnikfreie Lebensmittel. Entsprechendes Futter für die Tiere wird daher importiert, beispielsweise aus Rumänien und Indien, berichtet die Washington Post.

   

Sonstiges

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