Ausgabe 01/16 .:. VLOG-Newsletter

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2015 schrieb ein Stück Gentechnik-Geschichte: im November wurde in den USA das erste gentechnisch veränderte Tier zum Verzehr zugelassen. Es hat lange gedauert und viel Geld gekostet, dennoch sind offenbar nicht alle Zweifel ausgeräumt. Washington erlaubt zwar den Verkauf an Verbraucher – die nebenbei bemerkt gar keine Lust auf Gen-Food haben, wie sie immer wieder in Umfragen kundtun – nicht aber die Produktion im eigenen Land.

Die Herstellerfirma bewirbt den Lachs mit schnellerem Wachstum, Risiken seien nicht zu befürchten. Doch dass sich die Versprechen der Branche nicht immer erfüllen, zeigt sich gerade wieder in Brasilien. Dort ernteten Sojafarmer, die auf konventionelle Sorten setzen, zuletzt mehr pro Hektar als ihre Berufskollegen, die gentechnisch veränderte Varianten anbauen. Auch blieb ihnen unter dem Strich mehr übrig.

Gentechnik-freie Sojaproduzenten profitieren also von höherem Ertrag und zusätzlich von dem Aufschlag, den europäische Abnehmer leisten, die die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln mit dem „Ohne GenTechnik“-Siegel bedienen wollen. Dass diese auch aus der eigenen Region oder Nachbarländern wieder mehr Eiweißfuttermittel beziehen, stellt für die brasilianische Soja (noch) kaum Konkurrenz dar. Eher könnte die Wiederbelebung europäischer Quellen helfen, die Gentechnik zumindest teilweise zurückzudrängen. Bayern gab jüngst bekannt, 30 Prozent weniger Soja importiert zu haben als noch 2011.

Doch vorerst dominieren in Nord- und Südamerika bei den Cash Crops weiterhin gentechnisch veränderte Pflanzen. Das führt zu Verwerfungen. So ging der Streit um nicht-zugelassenen Gentechnik-Mais aus den USA, der nicht nach China eingeführt werden durfte, in eine neue Runde. Herstellerfirma und Rohstoffhändler verklagen sich gegenseitig. Die Schadenersatzforderungen belaufen sich auf zweistellige Millionenbeträge.

Aber auch in Deutschland, wo seit einigen Jahren keine transgenen Pflanzen mehr angebaut werden, kann die Gentechnik wirtschaftliche Schäden verursachen. Jüngster Fall: ein nicht-genehmigter Bayer-Raps landete, in konventionelles Saatgut gemischt, auf Versuchsflächen in acht Bundesländern. Glücklicherweise ist diese Art der Verunreinigung selten, wie amtliche Kontrollen bestätigen.

Auch um ihre Landwirte vor solchen Beeinträchtigungen zu schützen, verlängert die Schweiz ihr Moratorium auf den Gentechnik-Anbau um vier Jahre bis 2021.

Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches, gentechnik-freies Jahr 2016,

Ihr VLOG-Team

       
   

Verband

 
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Entwicklung des VLOG in 2015

Das Jahr 2015 war das erfolgreichste in der VLOG-Vereinsgeschichte. Die Anzahl der Mitglieder stieg von 191 auf 238 und die der Lizenznehmer von 147 auf 199 Unternehmen. Insgesamt engagieren sich zum 31.12.2015 320 Unternehmen im VLOG – eine Steigerung um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die aktuelle Entwicklung wird maßgeblich vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) vorangetrieben. Dieser drängt auf eine Ausweitung der "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung bei seinen Eigenmarken und stützt sich auf das einheitliche "Ohne GenTechnik"-Siegel. In 2015 standen die Sortimente Eier und Geflügelfleisch im Fokus. In beiden Segmenten wird inzwischen der Großteil der unter Handelseigenmarken vertriebenen Produkte nach den "Ohne Gentechnik"-Kriterien hergestellt. Diese erfreuliche Entwicklung spiegelt sich auch in der gestiegenen Anzahl an lizenzierten Produkten wieder. Aktuell sind ca. 2.900 Lebensmittel für die Nutzung des "Ohne GenTechnik"-Siegels lizenziert. Vor einem Jahr waren es etwa nur halb so viele. Der VLOG geht auch in 2016 von einem weiterhin starken Wachstum aus.

 
       
 

Der VLOG auf der IGW 2016

In Kürze startet die weltgrößte Ausstellung für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau, die Internationale Grüne Woche vom 15. – 25.01.16 in Berlin. Der VLOG ist in der Halle 23a des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft mit einem Stand vertreten. Für Terminvereinbarungen steht Ihnen die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung. 

 
       
 

"International GMO-free Labeling Conference" in Wien

Am Montag, den 25. April 2016 organisiert die ARGE Gentechnik-frei gemeinsam mit den österreichischen Ministerien für Gesundheit (BMG) und Umwelt- bzw. Landwirtschaft (BMLFUW) die "International GMO-free Labeling Conference" in Wien. Ziel der internationalen Konferenz ist der praxisnahe Erfahrungsaustausch zwischen allen europäischen „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnungssystemen und ihren Stakeholdern. Darüber hinaus sollen konkrete Eckpfeiler und inhaltliche Rahmenbedingungen für eine europäische Harmonisierung in den Anforderungen an die „Ohne Gentechnik“ Kennzeichnung diskutiert und verabschiedet werden. Weitere Infos werden in Kürze hier veröffentlicht.

 
       
 

"Ohne GenTechnik" Schilder

Für Lizenznehmer besteht die Möglichkeit, zu Werbezwecken die grüne Raute des „Ohne GenTechnik“ Siegels als Schild mit den Maßen 20 x 20 cm für einen Unkostenbeitrag von 5 Euro käuflich zu erwerben. Bitte wenden Sie sich hierfür an die Geschäftsstelle.

 
       
       
   

Nachrichten

 
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Bern verlängert Gentechnik-Moratorium

04.01.2016 – Die Regierung der Schweiz will das Moratorium auf den Gentechnik-Anbau, das 2017 ausläuft, um vier Jahre ausdehnen. Das teilte das Bundesamt für Umwelt im Dezember mit. Das Land produziert ausschließlich gentechnik-freie Lebensmittel – allerdings fehlt bislang eine praktikable "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung. mehr...

 
       
 

Konventionelle Soja bringt mehr

15.12.2015 – Konventionelle Sojapflanzen lieferten in Brasilien in der Anbausaison 2014/15 höhere Erträge als gentechnisch veränderte. Das berichten Medien unter Berufung auf Wirtschaftsforscher. mehr...

 
       
 

Verunreinigtes Raps-Saatgut ausgesät

08.12.2015 – In Deutschland ist auf mehreren kleinen Flächen gentechnisch veränderter Raps ausgesät worden. Die nicht-genehmigte Sorte des Bayer-Konzerns verbarg sich in konventionellem Saatgut. Die betroffenen Stellen sollen gesäubert worden sein, wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Freitag mitteilte.  mehr...

 
       
 

GV-Soja: Bayern braucht weniger

26.11.2015 - Mehr Raps und Leguminosen, weniger importiertes Gentechnik-Soja: die bayerischen Bemühungen um eine heimische Eiweißfutterversorgung scheinen zu fruchten. Medienberichten zufolge teilte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Agrarausschuss des Landtags mit, dass der Sojaimport nach Bayern seit 2011 um 30 Prozent zurückgegangen ist.  mehr...

 
       
 

Cargill verklagt Syngenta verklagt Cargill

25.11.2015 – Wer muss US-Landwirte entschädigen, deren Maisernten nicht nach China ausgeführt werden konnten, weil zuvor nicht-zugelassene Gentechnik-Kontrukte gefunden worden waren? Ist der Hersteller des Gentech-Mais verantwortlich? Oder die Rohstoffhändler? Beide Seiten sind in die juristische Offensive gegangen.  mehr...

 
       
 

Kaum Gentechnik im Saatgut

24.11.2015 – Bei den amtlichen Saatgut-Kontrollen in Deutschland wurden im vergangenen Analysejahr kaum Verunreinigungen mit GVO festgestellt. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit letzte Woche mit.  mehr...

 
       
 

GV-Lachs genehmigt

23.11.2015 – In den USA fiel vergangenen Donnerstag eine historische Entscheidung: mit einem Lachs, dem Gene anderer Arten eingebaut wurden, wurde erstmals ein gentechnisch verändertes Tier zum menschlichen Verzehr zugelassen.  mehr...

 
       
 

Neue Mitglieder

 

Meat Cracks Technologie GmbH

Aciter Control S.A.

Hohenloher Molkerei eG

ALMI Ges. m.b.H. & Co. KG

Sprehe Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG

 

Neue Siegelnutzer

 

Klostergut Neresheim

EHLEGO Landhof GmbH

Bayernland eG

Imkerei Christian Eggers

Münchner Stadtimkerei Matthias Mohm

Süddeutsche Truthahn AG

Fumy GmbH

Endres-Ei GmbH

 

Impressum

 

Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V.
Chausseestrasse 8/ Aufgang F
10115 Berlin
Tel: +49 30 788 90 682
Fax: +49 30 788 90 686
www.ohnegentechnik.org
info(at)ohnegentechnik.org

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. ist im Vereinsregister des Amtsgerichtes Berlin Charlottenburg unter der VR-Nummer 29801 B eingetragen.


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