Lückenhafte "Mit Gentechnik"-Kennzeichnung

Europa hat weltweit die strengsten Kennzeichnungsvorschriften für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Dennoch weist auch die EU-Gesetzgebung große Lücken auf: Nur wenn gentechnisch veränderte Pflanzen direkt zu Lebensmitteln verarbeitet werden, muss dies für den Verbraucher durch einen entsprechenden Hinweis auf der Zutatenliste ersichtlich sein.

Doch fast alle gentechnisch veränderten Pflanzen gelangen über den Umweg des Tierfutters in die Nahrungsmittelproduktion: Hühner, Kühe und Schweine werden mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert und wir verzehren dann ihre Milch, Eier und ihr Fleisch. Diese Produkte müssen laut EU-Gesetzgebung jedoch nicht gekennzeichnet werden.

„Ohne Gentechnik“ schließt die Kennzeichnungslücke

Aus diesem Grund hat sich die Bundesregierung 2008 dazu entschlossen, ein Gesetz zur freiwilligen "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung zu erlassen. Danach können Lebensmittelproduzenten ihre Produkte mit diesem Prädikat bewerben, wenn sie strenge gesetzliche Auflagen einhalten.

Durch die "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung können Verbraucher so über den Bio-Bereich hinaus Produkte wählen, die ohne gentechnisch veränderte Pflanzen hergestellt wurde.

AKTUELLES

7.000 Lebensmittel mit "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung

Die Anzahl der Mitglieder und Lizenznehmer des VLOG stieg in den vergangenen 12 Monaten um 52 Prozent.

Feneberg Lebensmittel GmbH

Die Feneberg Lebensmittel GmbH ist neuer Siegelnutzer und kann Schweinefleisch und Rindfleisch mit dem "Ohne GenTechnik" Siegel kennzeichnen.

Geflügelhof Wittmer GmbH

Die Geflügelhof Wittmer GmbH ist neuer Siegelnutzer und kann Eier mit dem "Ohne GenTechnik" Siegel kennzeichnen.

Südbayerische Fleischwaren GmbH

Die Südbayerische Fleischwaren GmbH ist neuer Siegelnutzer und kann Wurstwaren mit dem "Ohne GenTechnik" Siegel kennzeichnen.

Verbraucher wollen strikte Regelungen für Genome Editing

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat in Interviews mit Verbrauchern deren Einstellung zu neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas ermittelt.

GVO-Freiheit weltweit wichtiges Auswahlkriterium

Weltweit gesehen liegt die Gentechnikfreiheit bei der Essensauswahl an erster Stelle, mit 48 Prozent und gleichauf mit dem Zuckergehalt.

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