Beurteilung einer Untersuchung des DVT zur quantitativen GVO-Analytik

Berlin, 19.01.2012 – Einem breiten Empfängerkreis dürfte in der vergangenen Woche ein Schreiben des DVT – Deutscher Verband Tiernahrung – zugegangen sein, auf das wir hier näher eingehen möchten. Diesem Schreiben hatte der DVT eine Untersuchung beigefügt, der er die Überschrift „Quantitative GVO-Analytik scheitert im Praxistest“ voran stellt.

Zu dem Empfängerkreis gehören vermutlich nicht nur Mitglieder des DVT bzw. der Mischfutterindustrie allgemein, sondern auch Entscheidungsträger aus unterschiedlichen Branchen, einschliesslich des Lebensmitteleinzelhandels, wie auch aus Verwaltung und Politik. Der VLOG bezieht zu diesem Schreiben Stellung.

Zusammenfassend lässt sich bereits an dieser Stelle sagen, dass die DVT-Untersuchung keinerlei neue Tatsachen anführt. Es drängt vielmehr sich die Befürchtung auf, dass durch die Untersuchung Teile der Mischfutterbranche sowie solcher Unternehmen, die an einer Produktion „Ohne Gentechnik“ interessiert sind, verunsichert werden. Dies sind mit Sicherheit zunächst einmal die Mitglieder des VLOG – Verband Lebensmittel ohne Gentechnik. Alleine schon aus diesem Grunde sieht sich der VLOG zu dieser Stellungnahme aus der Informationspflicht seinen Mitgliedern gegenüber verpflichtet.

Die in der DVT-Untersuchung angesprochene PCR-Analytik ist eine anerkannte Analysenmethode zum qualitativen und quantitativen Nachweis von GVOs. In Antwort auf die EU-Regelungen zum Einsatz von GVOs u.a. in Futtermitteln werden heutzutage von allen akkreditierten PCR-Labors in regelmäßigen Abständen Ringversuche als Leistungstests durchgeführt (siehe z.B. hier).

Wenn die Ergebnisse der DVT-Untersuchung nicht die Qualität dieser Ringversuche erreicht, so ist zunächst das zugrunde liegende Design und die Probenvorbereitung des DVT-Ringversuchs zu überprüfen. So hätte der DVT während des Anmischens der Proben deren Homogenität sowie den tatsächlichen Wert des GVO-Anteils feststellen müssen. Durch Wahl der GVO-Anteile in den drei Versuchsanordnungen sollten die gestellten Fragestellungen eindeutig abgebildet werden. So existiert zur Beantwortung der Frage nach dem „GVO-Anteil bezogen auf das ganze Mischfutter“ gar keine gültige PCR-Methode. Die Quantifizierung von GVOs wird ausschliesslich auf die betreffende Spezies-DNA bezogen durchgeführt, d.h. auf die DNA von RR-Soja im Verhältnis zur gesamten Soja-DNA.

Zur Beurteilung der Messergebnisse der Laboratorien ist die Standardabweichung für den Messwert anzugeben. Dagegen gibt es keine Quantifizierung der Ergebnisstreuung zwischen Untersuchungsinstituten.

Der DVT wäre gut beraten, wenn er bei derartig weitreichenden Fragestellungen den Rat professioneller Ausrichter von Ringversuchen in Anspruch nehmen würde (z.B. die britische FAPAS-Plattform). Auf diese Weise hätten sich leicht die entstandenen systemischen Fehler vermeiden lassen. Nicht die quantitative GVO-Analytik scheitert im Praxistest, sondern der DVT-Ringversuch selbst.

Gerne ist der VLOG bereit und würde es sogar ausdrücklich begrüssen, gemeinsam mit dem DVT und weiteren betroffenen Branchenverbänden bereits im Vorfeld derartig gravierender Fragestellungen zusammen zu arbeiten.

DVT-Schreiben

Stellungnahme des VDLUFA

Vollständige Presseerklärung