Gentechnikfreies Sojaschrot in ausreichender Menge verfügbar

Berlin, 18.02.2014 – Zur Stellungnahme des Zentralverbandes der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Zusage der deutschen Geflügelhalter gentechnikfreies Futter einzusetzen, zurückzunehmen, kommentiert Alexander Hissting, Sprecher des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG):

Die Ankündigung der Geflügelindustrie wieder gentechnisch verändertes Tierfutter in der Produktion von Hähnchen und Puten einsetzen zu wollen, ist nicht nachvollziehbar und ein klarer Rückschlag für Umwelt und Verbraucher. Die große Mehrheit der Verbraucher wünscht sich gentechnikfrei produzierte Lebensmittel. Große Supermarktketten wie Rewe und Edeka haben sich das Ziel gesetzt für Ihre Eigenmarken in Zukunft ganz auf gentechnisch verändertes Soja zu verzichten. Eine größere Akzeptanz für gentechnikfrei produziertes Geflügelfleisch kann es am Markt nicht geben.

Analysten gehen von einem steigenden Anbau und Angebot von gentechnikfreiem Sojaschrot aus Brasilien in 2014 aus. Laut Branchenkennern kommen dieses Jahr  neue und große Anbieter für gentechnikfreies Sojaschrot auf den Markt. Die Verschiffung per Container wird deutlich zunehmen, um das Verunreinigungsrisiko mit gentechnisch veränderter Ware zu minimieren.

Die Argumente der Gefügelindustrie, die Rechtslage für die Gentechnikkennzeichnung von Futtermittel sei zu unsicher, sind vorgeschoben. Große Unternehmen der Molkereibranche produzieren seit Jahren gentechnikfrei und loben ihre Produkte erfolgreich mit dem “Ohne Gentechnik”-Siegel aus.

Der VLOG fordert die PHW-Gruppe und die Rothkötter Unternehmensgruppe auf Ihre Entscheidung zu überdenken und ist für konstruktive Gespräche jederzeit bereit.

Hintergrund

Mit heutigem Datum hat der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) erklärt, dass die deutschen Geflügelhalter die Zusage, gentechnikfreies Futter einzusetzen, zurücknehmen. Die Lebensmittelzeitung berichtet, dass die PHW-Gruppe (Wiesenhof) und die Rothkötter Unternehmensgruppe (Emsland Frischgeflügel) ab sofort wieder gentechnisch verändertes Tierfutter an Hähnchen und Puten verfüttern lassen.

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. repräsentiert  Lebensmittelhersteller und -händler sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche der Lebensmittelproduktion. Er wurde im März 2010 gegründet. Er setzt sich für eine Lebensmittelerzeugung ohne Gentechnik ein, betreibt Verbraucheraufklärung und vergibt für entsprechend hergestellte Lebensmittel Lizenzen für das einheitliche Siegel „Ohne GenTechnik“. Der Verband vertritt 190 Mitglieder und Lizenznehmer mit einem Gesamt-Jahresumsatz von 68 Mrd. Euro.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Alexander Hissting, Sprecher des VLOG, Tel. +49 177 41 42 042

Vollständiger Kommentar

Stellungnahme des Zentralverbandes der deutschen Geflügelwirtschaft (18.02.14)