Bund fördert die Neue Gentechnik mit Millionen

11.03.2019 - Die Bundesregierung fördert den Einsatz von Gentechnik bei Pflanzen und Tieren zur Nahrungsmittelerzeugung mit rund 100 Millionen Euro. Das zeigt ihre Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag. Im Mittelpunkt der Projekte steht meist die spätere Anwendung von Verfahren der Neuen Gentechnik; Risikoforschung spielt kaum eine Rolle.

So fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Forschungen zur Beeinflussung der „Halmlänge des Weizens durch gezielte, genspezifische Mutagenese“ mit rund einer Million Euro. 1,6 Millionen Euro fließen in die Züchtung von pilzresistenten Maissorten. Auch an pilzresisteneten Kartoffeln und Raps durch Neue Gentechnik wird mit öffentlichen Geldern geforscht. Insgesamt summieren sich die in den Anlagen zur Anfrage aufgelisteten Bewilligungen auf 12 Millionen Euro. Zusätzlich forscht das bundeseigene Julius-Kühn-Institut (JKI) zur Neuen Gentechnik, finanziert teilweise aus Institutsmitteln, teilweise durch Zuschüsse des Ministeriums. Einige der Projekte beziehen auch Sicherheitsaspekte mit ein.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert Neue Gentechnik bei Gerste, Weizen und anderen Getreidearten, bei Raps, Kartoffeln, Tomaten, Zuckerrüben, Äpfeln und Pappeln. Hinzu kommen Gelder für die Grundlagenforschung. Insgesamt addiert sich die Summe auf 33 Millionen Euro, die seit 2012 in die Neue Gentechnik investiert wurden. Im Bundeswirtschaftsministerium addieren sich die bewilligten Fördergelder der letzten Jahre auf 1,2 Millionen. Darunter findet sich ein Mitte 2018 abgeschlossenes Projekt mit dem Titel: „Etablierung der Zink-Finger-Nukleasen (ZFN)-Technologie für deutsches Sojazuchtmaterial“.

Zur Risikoforschung schreibt die Bundesregierung lediglich, dass bundeseigene Forschungseinrichtungen wie das Friederich-Löffler-Institut bei ihren Projekten „grundsätzlich auch Risiko- und Sicherheitsaspekte mit betrachten“. Das BMBF förderte keine Projekte zur Risiko- und Sicherheitsforschung. Mit Grundsatzfragen der Risikobewertung befassen sich mehrere Vorhaben, die das dem Umweltministerium unterstehende Bundesamt für Naturschutz fördert.

„Die stark wachsende Land- und Lebensmittelwirtschaft ohne Gentechnik zeigt, dass Bauern, Verarbeiter, Händler und Verbraucher gentechnikfreie lebensmittel wollen“, kommentierte VLOG-Geschäftsführer Alexander Hissting die Zahlen. „Doch die Bundesregierung investiert 100 Millionen Euro Steuergelder für eine Technologie, die in der Bevölkerung keine Akzeptanz hat.“

 

Antwort der Bundesregierung: Forschungsförderung des Bundes für die Agrogentechnik inklusive neuer Gentechnikverfahren (Drucksache19/7926, 20.02.2019)

Testbiotech: Bundesregierung fördert den Einsatz von Gentechnik in der Tier- und Pflanzenzucht (07.03.2019)