Umfrage: Österreich lehnt alte und neue Gentechnik ab

16.10.2019 - Für 85 Prozent aller Österreicher und Österreicherinnen ist die Gentechnikfreiheit bei Lebensmitteln ein wichtiges Einkaufsargument. Das ergab eine Umfrage, die die ARGE Gentechnik-Frei in Auftrag gegeben hatte. Drei Viertel der Befragten erklärten sich zudem bereit, für gentechnikfreie Lebensmittel mehr zu bezahlen. Fast ebenso viele (71,2 Prozent) gaben an, beim Einkauf darauf zu achten, dass das gewünschte Produkt gentechnikfrei ist. Als besonders wichtige Warengruppen wurden an erster Stelle Frischfleisch und Molkereiprodukte genannt. Es folgten Obst&Gemüse, Eier und Wurstwaren. Für das Gütesiegel der ARGE Gentechnik-frei ergab die Befragung einen Bekanntheitsgrad von 85 Prozent.

Ein eigenes Kapitel widmete die Meinungsumfrage den neuen gentechnischen Verfahren wie CRISPR/Cas. Jeder sechste Befragte erklärte, er kenne die neuen Gentechnik-Methoden und wisse auch, wie sie sich von der alten Gentechnik unterscheiden. 37 Prozent konnten zwar mit dem Begriff neue Gentechnik etwas anfangen, kannten aber die Unterschiede zur alten Gentechnik nicht. Knapp die Hälfte der Befragten kreuzte an, es sei ihnen gänzlich unbekannt, dass es neue Gentechnik-Methoden gebe. Unabhängig vom Kenntnisstand stimmten 84 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Organismen aus der ‚neuen’ Gentechnik sollen genauso streng kontrolliert und geregelt werden wie solche aus der ‚alten’ Gentechnik“. Noch höher war mit 94 Prozent die Zustimmung dafür, dass sich die österreichische Bundesregierung innerhalb der EU dafür einsetzen solle, dass Produkte aus der ‚neuen Gentechnik’ auch weiterhin ebenso streng kontrolliert werden wie Produkte aus der ‚alten Gentechnik’.

„Die Konsumentinnen und Konsumenten sprechen eine unmissverständliche Sprache“, sagte Florian Faber, Geschäftsführer der ARGE Gentechnik-frei: „Die Verfahren der neuen Gentechnik müssen klipp und klar durch die EU Gentechnik-Gesetzgebung geregelt und kontrolliert werden. Vorsorgeprinzip, Risikobewertung und Kennzeichnungspflicht müssen dabei uneingeschränkt gelten.“ Die ARGE hatte ihre Umfrage in Rahmen der „Gentechnik-freien Wochen 2019“ des österreichischen Lebensmittelhandels vorgestellt. Sie finden zwischen 7. und 19. Oktober bereits zum dritten Mal statt – mit umfassenden Verbraucherinformationen über Vorteile und Qualitätsaspekte der gentechnikfreien Produktion und mit speziellen Angeboten.

In Statements positionierten sich auch führende Vertreter des österreichischen Handels zur neuen Gentechnik. „Den aktuellen Bestrebungen mancher Kreise, die neue Gentechnik aus der geltenden Gesetzgebung heraus zu nehmen, erteilen wir eine klare Absage“, erklärte Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender von SPAR Österreich. Marcel Haraszti, Vorstand von REWE International sagte, sein Unternehmen setze sich dafür ein, „dass bei neuen Technologien ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Implikationen genau geprüft sind. Vor allem ist aber wichtig, dass die Kunden auch in Zukunft klar erkennen können, was für ein Produkt sie kaufen.“ Auch Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich forderte eine transparente Deklaration: „Unsere Kunden wollen wissen, was sie kaufen und essen. Mit ihrer Einkaufsentscheidung bestimmen die Kunden schließlich auch mit, in welche Richtung sich die landwirtschaftliche Produktion entwickelt.“

ARGE Gentechnik-frei: Studie: Gentechnik-freie Produktion wichtiger Faktor beim Lebensmitteleinkauf (07.10.2019)

ARGE Gentechnik-frei: Einkaufsverhalten und Einstellung zu Gentechnik, Umfrage von Marketagent.com im September 2019

ARGE Gentechnik-frei: 7.–19. Oktober: „Gentechnik-freie Wochen 2019“ im österreichischen Lebensmittelhandel (24.09.2019)